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Der Lernzirkel von Kolb

Der Pädagoge und Psychologe David A. Kolb entwickelte in den 1970er Jahren ein Modell des erfahrungsbasierten Lernens, den sogenannten Lernzirkel. Dieser Zyklus beschreibt den Prozess, wie Menschen neue Fähigkeiten und Erkenntnisse durch ihre Erfahrungen entwickeln.

Phases des Lernzyklus

Eine grafische Darstellung des Lernzirkels, der aus den vier Phasen Erfahrung, Beobachtung und Reflexion, abstrakte Konzeptualisierung und aktive Experimentierung besteht.
  1. Erfahrung
    In dieser Phase sammeln Individuen direkte Erfahrungen, sei es durch praktische Tätigkeiten, Interaktionen oder real-life Situationen. Hierbei treten neue Situationen oder Herausforderungen auf, die eine Grundlage für den gesamten Lernprozess bilden.
  2. Beobachtung und Reflexion: 
    Nach der Erfahrung folgt die Phase der Beobachtung und Reflexion. Hier analysieren die Lernenden ihre Erfahrungen, denken über die gewonnenen Eindrücke nach und versuchen zu verstehen, was in der konkreten Erfahrung geschehen ist. Diese Phase fördert das kritische Denken und die Analyse der eigenen Handlungen.
  3. Abstrakte Konzeptualisierung
    In dieser Phase versuchen die Lernenden, aus ihren reflektierten Erfahrungen abstrakte Konzepte und Theorien zu entwickeln. Sie setzen die beobachteten Muster in einen größeren Kontext und versuchen, Prinzipien und Zusammenhänge zu identifizieren (vgl. den Ablauf in einem Case-Interview).
  4. Aktive Experimentierung: 
    Die letzte Phase beinhaltet das Testen neuer Ideen und Theorien in der Praxis. Die Lernenden wenden ihre abstrakten Konzepte in realen Situationen an und beobachten die Ergebnisse. Dies ermöglicht es, die Wirksamkeit der entwickelten Ideen zu überprüfen und weitere Erfahrungen zu sammeln, die sodann der Beginn eines neuen Lernzirkels sein können.

Kolb leitet aus diesem Lernkreislauf vier Lernstiltypen ab (vgl. auch den 16 Persönlichkeitstypen-Test bzw. Myers-Briggs Typenindikator):

  • Assimilierer/-in (Denker/-in),
  • Konvergierer/-in (Entscheider/-in),
  • Divergierer/-in (Entdecker/-in)
  • Akkomodierer/-in (Macher/-in)

Bedeutung für die Unternehmensberatungsbranche

Der Lernzirkel von Kolb hat eine signifikante Bedeutung in der Unternehmensberatungsbranche. Berater und Beraterinnen müssen in der heutigen VUCA-Welt ständig neue Situationen und Herausforderungen bewältigen, sei es bei der Analyse von Geschäftsprozessen, der Entwicklung von Strategien oder der Lösung von Problemen. Indem sie den Lernzirkel anwenden, können sie ihre eigenen Erfahrungen reflektieren, neue Konzepte entwickeln und diese in verschiedenen Unternehmenskontexten experimentieren. Dieser Ansatz ermöglicht es Consultants, kontinuierlich zu lernen, sich an Veränderungen anzupassen und wirksame Lösungen für ihre Kunde und Kundinnen zu finden.

Zudem kann das Modell auch bei Schulungen und Workshops eingesetzt werden, um effektives Lernen bei den Mitarbeitenden zu fördern und die Anwendung neuer Ideen in der Praxis zu unterstützen.

Insgesamt bietet der Lernzirkel von Kolb einen strukturierten Ansatz für kontinuierliches Lernen und die Entwicklung neuer Fähigkeiten. In der Unternehmensberatungsbranche trägt er dazu bei, Fachkräfte zu agilen und anpassungsfähigen Expert*innen zu machen, die in der Lage sind, innovative Lösungen für die sich ständig verändernden Anforderungen ihrer Kundschaft zu liefern.

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