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Vorbereitung auf Case-Studies im Vorstellungsgespräch

Ein Case-Interview ist eine etwa 30- bis 60-minütige Simulation eines typischen Geschäftsprojekts. Es wird davon ausgegangen, dass ein Bewerber, der einen Case erfolgreich meistert, mit größerer Wahrscheinlichkeit ein erfolgreicher Unternehmensberater sein wird. Leider scheitern viele herausragende Bewerber mit Top-Noten und guten schulischen Leistungen an Case-Interviews im Einstellungsverfahren.

Warum ist das so? Ein Grund dafür ist, dass viele Bewerber Frameworks auswendig lernen, in der Hoffnung, dass sie sich bei Case-Interviews an einzelne Frameworks erinnern können. Diese sind zwar für eine rudimentäre Darstellung von Case-Problemen nützlich, müssen aber für verschiedene Cases optimiert und angepasst werden. Du kannst das Strukturieren von Cases lernen, aber nur mit der nötigen Übung.

Während gute Bewerber Standard-Frameworks verwenden, um die Probleme in Case-Interviews systematisch zu lösen, sehen hervorragende Bewerber auch das große Ganze und passen die Frameworks an den jeweiligen Business-Case an. Um ein herausragender Kandidat zu werden:

  1. Lerne verschiedene Arten von Cases
  2. Lerne, die verschiedenen Case-Typen zu unterscheiden
  3. Verstehe, wie man komplexe Cases in einfachere Komponenten zerlegt
  4. Lerne, Problemlösungsfähigkeiten in geeigneten Frameworks (Problembäumen) anzuwenden
  5. Übe, übe, übe!

Unsere Case-Interview-Basics vermitteln dir die grundlegenden Werkzeuge, die du zum Lösen von Cases brauchst und machen dich mit den meisten verschiedenen Case-Typen vertraut (eine Übersicht über die verschiedenen Case-Typen findest du hier). Wenn du den Dreh raus hast, löse so viele Cases wie du kannst und erinnere dich:

  • Du darfst die Cases, die du während deiner Vorbereitung löst, NICHT auswendig lernen!
  • Wende NICHT blind Frameworks an, vor allem dann nicht, wenn sie nicht passen!

Die Case-Studies sind der wichtigste und in der Regel auch der längste Teil der Interviews im Consulting. Während des 20- bis 40-minütigen Case-Interviews wirst du mit einem Geschäftsproblem konfrontiert, das oft aus einem realen Auftrag des Interviewers stammt. Im Folgenden findest du ein Schema, das den typischen Ablauf eines Vorstellungsgesprächs im Consulting zeigt:

Viele Unternehmensberatungen überprüfen und standardisieren ihre Case Studies vor einem echten Case-Interview, um sicherzustellen, dass der Case weder zu schwer noch zu leicht ist. Außerdem stellen die Unternehmen sicher, dass in den Case-Interviews eine Vielzahl von Fähigkeiten getestet werden.

Im Gegensatz zu den Case-Büchern, die du vielleicht von deiner Universität kennst oder zu den Case-Berichten in Wirtschaftszeitschriften sind die ersten Informationen, die du erhältst, in der Regel sehr begrenzt. Du wirst nicht in der Lage sein, den Case nur mit diesen ersten Informationen zu lösen, die auch als Opening des Cases bezeichnet werden. Typische Openings sind:

  • “Unternehmen ABC ist ein Uhrenhersteller, der in letzter Zeit mit Gewinnproblemen und einem Rückgang des Marktanteils zu kämpfen hat. Was sollte er tun?”
  • “Unternehmen XY ist ein Automobilhersteller, der 2014 in den chinesischen Markt einsteigen will. Ist das eine gute Idee?”
  • “Unternehmen Z ist eine Private-Equity-Gesellschaft, die eine Fusion mit Unternehmen A in Erwägung zieht. Soll die Fusion stattfinden?”

Nach der Eröffnung eines Cases solltest du dir ein paar Minuten Zeit nehmen, um deine Gedanken zu strukturieren und dir ein individuelles Framework auszudenken (dazu später mehr).

Informiere dich über die Cases bei den Beratungen deiner Wahl und starte vorbereitet in den Bewerbungsprozess

Wirf einen Blick auf die Profile vieler renommierter Arbeitgeber in unserem Karrierebereich. Du wirst dort wertvolle Einblicke in den jeweiligen Bewerbungsprozess finden und zahlreiche unserer Partnerunternehmen haben Cases bereitgestellt, mit denen du üben kannst.

Zu guter Letzt: Vernachlässige neben der Vorbereitung auf dein Case-Interview nicht die anderen Bestandteile deines Vorstellungsgesprächs. Das Personal-Fit-Interview ist genauso wichtig für deinen Erfolg im Recruitingprozess und wir empfehlen sehr, dich damit ebenso auseinanderzusetzen.

Hier geht's weiter mit den nächsten Artikeln:

ABC-Analyse
Nützliche Tools zur Geschäftsanalyse
Die ABC-Analyse basiert auf dem Pareto-Prinzip und hilft bei der Priorisierung von Schlüsselthemen. Die Methode schafft Transparenz über die Bedeutung der verschiedenen Umsatzsegmente. Mithilfe der ABC-Analyse können zum Beispiel Produktlinien nach ihrem Umsatzanteil oder ihrem Gesamtwert für das Unternehmen als wichtig oder unwichtig eingestuft werden.Mithilfe der ABC-Analyse kann die Materialauswahl eines Unternehmens in A-, B- und C-Ware unterteilt werden. Nehmen wir an, dass "A-Ware" Materialien sind, die oft knapp sind und einen hohen Wert pro Einheit haben. Folglich machen einige wenige Einheiten der "A-Ware" einen beträchtlichen Teil der Einnahmen aus (als Anteil an den Gesamteinnahmen). "C-Ware" hingegen hat einen geringen Wert pro Einheit und ist im Unternehmen nicht knapp. Wenn du also gefragt wirst, welche Materialien "strategisch" sind oder es wert sind, betrachtet zu werden, sollte Deine Antwort lauten: "Konzentrieren wir uns zuerst auf die A-Ware", um uns auf die Artikel zu konzentrieren, die mit minimalem Aufwand die größte Wirkung erzielen.
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Das Pareto-Prinzip
Nützliche Tools zur Geschäftsanalyse
Das 80-20-Prinzip von Pareto ist eine allgemeine Faustregel, die eine ungleiche Verteilung zwischen Ursachen und Wirkungen beschreibt. Das Prinzip besagt, dass 80 % der Gesamtergebnisse von 20 % der Eingaben abhängen. Ein Beispiel: 80 % der Arbeit erfordert 20 % des Aufwands, 80 % eines Projekts erfordern 20 % der Zeit und 80 % der Einnahmen stammen von 20 % der Kunden. Bei der Analyse von Case-Problemen kann die Pareto-Regel genutzt werden, um große Probleme zu diagnostizieren, die möglicherweise durch ein viel kleineres Problem verursacht werden. Andererseits können Probleme, die auf den ersten Blick riesig erscheinen, nur ein kleines Problem zur Folge haben.
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Produktlebenszyklus
Nützliche Tools zur Geschäftsanalyse
Der Produktlebenszyklus ist eine Methode, um die allgemeinen Phasen, die ein Produkt während seiner Lebensdauer durchläuft, abzubilden. Der Produktlebenszyklus wird in der Regel in 5 verschiedene Phasen unterteilt, in denen jeweils bestimmte strategische Entscheidungen getroffen werden, die sich auf Gewinne und Einnahmen auswirken.
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