Zurück zur Übersicht

Durchschnittlicher Erlös/Umsatz pro Nutzer (ARPU)

Wie der Name bereits andeutet, bezeichnet der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer:innen (englisch: Average Revenue per User, kurz ARPU) die Einnahmen, die ein Unternehmen durch einzelne Nutzer:innen erzielt. Es handelt sich um eine Effizienzgröße, die zeigt, wie gut ein Unternehmen seine Nutzerbasis monetarisiert. 

In diesem Artikel erfährst du, wie der ARPU berechnet wird, warum er für Unternehmen relevant ist, wie er sich zu anderen Kennzahlen verhält, mit welchen Maßnahmen er gesteigert werden kann und welche Fragen dazu typischerweise in Vorstellungsgesprächen auftauchen.

Was ist der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer:innen?

Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer:innen ist eine Finanzkennzahl, die den Umsatz abbildet, den ein Unternehmen im Durchschnitt je Nutzer:in innerhalb eines bestimmten Zeitraums, in der Regel monatlich oder jährlich, erwirtschaftet. Es handelt sich dabei um eine Non-GAAP-Kennzahl, das heißt, Unternehmen sind nicht verpflichtet, sie nach einem einheitlichen Standard darzulegen.

Trotzdem ist der ARPU vor allem in abonnement- oder nutzerorientierten Geschäftsmodellen weit verbreitet, wie in der Telekommunikation, im SaaS-Bereich sowie bei sozialen Netzwerken und Streaming-Diensten.

 

Wie wird der ARPU berechnet?

Die Formel zur Berechnung des ARPU lautet:

Wie man ARPU berechnet

Dabei gilt:

Wie man die durchschnittliche Nutzerzahl berechnet

Die Formel ist grundsätzlich simpel aber Unternehmen definieren sowohl Umsatz als auch Nutzer:innen häufig unterschiedlich. Auf der Umsatzseite berücksichtigen manche Unternehmen ausschließlich Abonnementgebühren, während andere auch Werbeeinnahmen, In-App-Käufe oder Transaktionsgebühren einbeziehen.

Bei den Nutzern kann es sich um monatlich aktive Nutzer:innen (Monthly Active Users, MAUs), täglich aktive Nutzer:innen (Daily Active Users, DAUs) oder die Gesamtzahl registrierter Konten, einschließlich inaktiver, handeln. 

Es empfiehlt sich also, die Anmerkungen in Finanzberichten oder die Aussagen in Analystenkonferenzen genau zu prüfen, um zu verstehen, wie diese Begriffe jeweils definiert sind. Das gilt insbesondere beim Vergleich verschiedener Unternehmen derselben Branche oder bei der Berechnung des ARPU für ein einzelnes Unternehmen.

ARPU Berechnungsbeispiel

Ein mittelgroßes Musik-Streaming-Unternehmen hat sich zuletzt in einkommensschwächere Märkte gewagt und dafür ein vergünstigtes Abonnement-Angebot eingeführt, um neue Nutzer:innen zu gewinnen. Die Strategie war erfolgreich: Das Unternehmen startete im Januar mit 95.000 Abonnent:innen und schloss im März mit 105.000 ab. Der Gesamtumsatz für das Quartal betrug 1.000.000 Dollar, also nur ein wenig mehr als im Vorquartal (962.500$).

Da im Laufe des Quartals ständig Nutzer:innen hinzukamen und auch wieder gingen, wäre es verzerrt, nur den Anfangs- oder Endwert heranzuziehen. Stattdessen wird der Durchschnitt gebildet:

Durchschnittliche Nutzerzahl = (95.000 + 105.000) ÷ 2 = 100.000

Anschließend wird der Gesamtumsatz durch die durchschnittliche Nutzerzahl dividiert:

ARPU = 1.000.000 $ ÷ 100.000 = 10 $ pro Nutzer

Dieser Wert von 10 Euro entspricht dem durchschnittlichen Umsatz je Abonnent im ersten Quartal. Im Quartal davor hatte das Unternehmen zu Beginn 80.000 und am Ende 95.000 Abonnent:innen sowie einen Umsatz von 962.500 Dollar:

Q4-ARPU = 962.500 $ ÷ 87.500 = 11 € pro Nutzer

Obwohl im ersten Quartal 10.000 neue Abonnent:innen hinzukamen und über beide Quartale sogar 25.000, sank der ARPU um einen Dollar. Das liegt daran, dass die neuen Abonnent:innen vergünstigte Tarife gebucht hatten.

 

Warum ist der ARPU für Unternehmen wichtig?

Der ARPU hilft Unternehmen dabei, ihre Monetarisierungseffizienz einzuschätzen, Preissetzungsspielräume zu identifizieren, angemessene Kundenakquisitionskosten zu ermitteln und Muster in der Monetarisierung-Wirksamkeit aufzudecken. Im Folgenden findest du heraus, wie der ARPU das ermöglicht:

Monetarisierungs-Effizienz messen

In den Branchen, in denen der ARPU typischerweise eingesetzt wird, hängt Gewinnwachstum meist davon ab, entweder mehr Nutzer:innen zu gewinnen oder bestehende Nutzer:innen zu höheren Ausgaben zu bewegen. Dabei kann es vorkommen, dass ein Unternehmen beeindruckende Nutzer:innen-Zuwächse verzeichnet, während der ARPU unbemerkt sinkt.

Das ist häufig dann der Fall, wenn das Unternehmen in weniger kaufkräftige Märkte expandiert, großzügige Rabatte einsetzt, um neue Kund:innen zu gewinnen, oder es ihm nicht gelingt, kostenlose Nutzer:innen in zahlende umzuwandeln. Der ARPU zeigt also, wie effizient ein Unternehmen seine Nutzerbasis in Umsatz überführt.

Preissetzungsspielraum erkennen

Es besteht auch ein enger Zusammenhang zwischen ARPU und der Preissetzungsmacht. Wenn ein Unternehmen den ARPU kontinuierlich steigert, ohne dabei Nutzer:innen zu verlieren, signalisiert das, dass Kund:innen das Angebot tatsächlich wertschätzen. Daraus kann sich die Möglichkeit ergeben, die Preise weiter anzuheben, ohne die Nutzer:innen zu verlieren. 

Kundenakquisitionskosten bestimmen

Der ARPU ist außerdem relevant für die Frage, wie viel ein Unternehmen für die Gewinnung der Nutzer:innen ausgeben darf, die sogenannten Kundenakquisitionskosten (Customer Acquisition Cost, CAC), also das Marketing. 

Das liegt daran, dass der ARPU ein wesentlicher Treiber des Customer Lifetime Value (LTV) ist. Wenn ein Unternehmen weiß, dass durchschnittliche Nutzer:innen monatlich 50 Euro ausgeben und durchschnittlich 24 Monate bleiben, ergibt sich ein Kundenwert von 1.200 Euro. Damit ergibt sich auch eine Orientierungsgröße für die Akquisitionskosten.

Muster in der Monetarisierung aufdecken

Viele große Unternehmen unterteilen den ARPU nach Regionen oder Kundensegmenten auf. Meta beispielsweise berichtet den ARPU für vier Regionen: USA & Kanada, Europa, Asien-Pazifik und Rest der Welt.

Die regionsübergreifende Betrachtung dieser Werte über mehrere Quartale hinweg lässt Muster erkennen. Welche Märkte monetarisieren gut? Wo wächst die Nutzerbasis, aber nicht der Umsatz? Und wo investiert das Management, um diese Lücken zu schließen?

 

ARPU im Vergleich mit anderen Kennzahlen

Obwohl der ARPU eine wichtige Kennzahl für abonnement-basierte Unternehmen ist, wird er häufig im Zusammenspiel mit anderen Größen verwendet, um ein vollständiges Bild der Unternehmensperformance zu erhalten. Einige dieser Kennzahlen sind strukturell eng verbunden, andere messen eine grundlegend andere Dimension der Geschäftstätigkeit. Hier ist ein Überblick der zentralen Kennzahlen:

ARPU vs. ARPPU

ARPPU steht für Average Revenue Per Paying User, also den durchschnittlichen Umsatz pro zahlende Nutzer:innen. Kostenlose Nutzer werden dabei vollständig ausgeblendet; es zählt nur die zahlende Kundenbasis. Bei Freemium-Modellen wie Spotify, Duolingo oder LinkedIn kann die Differenz zwischen ARPU und ARPPU erheblich sein.

Der ARPPU zeigt, was monetarisierte Kund:innen wert sind, während der ARPU diesen Wert über alle Nutzer mittelt, auch die, die nie einen Cent gezahlt haben.

ARPU vs. ARPA

ARPA steht für Average Revenue Per Account, also den durchschnittlichen Umsatz pro Konto. Endverbraucher-orientierte Unternehmen wie soziale Netzwerke, Streaming-Dienste oder Telekommunikationsanbieter berichten typischerweise den ARPU, da Nutzer:innen gleichzeitig Kunde:innen sind. Im B2B-Bereich oder bei Enterprise-SaaS-Unternehmen ist hingegen der ARPA üblich, da ein einzelnes Konto oft ein Unternehmen mit Dutzenden oder Hunderten von Nutzer:innen repräsentiert.

Ein SaaS-Tool, das an ein mittelständisches Unternehmen verkauft wird, hat beispielsweise ein Konto, aber fünfzig aktive Nutzer:innen. Der ARPU würde den Umsatz auf alle fünfzig verteilen, während der ARPA den Gesamtwert des Kontos in einer einzigen Zahl erfasst, weil die Kaufbeziehung auf Kontoebene stattfindet, nicht auf Individualebene.

ARPU vs. Customer Lifetime Value (LTV/)CLV

Der ARPU ist eine periodenbezogene Kennzahl. Er gibt an, was ein Nutzer gerade jetzt in diesem Quartal oder Jahr wert ist. Der LTV hingegen betrachtet den gesamten erwarteten Umsatz über die gesamte Dauer der Kundenbeziehung. Bei der Analyse junger Unternehmen ist der LTV oft aussagekräftiger für die langfristige Wirtschaftlichkeit, während der ARPU besser für kurzfristige Prognosen und Vergleiche geeignet ist.

ARPU vs. ARR/MRR

Annual Recurring Revenue (ARR) und Monthly Recurring Revenue (MRR) sind unternehmensbezogene Gesamtgrößen. Sie zeigen das Volumen der Umsatzbasis, während der ARPU eine nutzerbezogene Kennzahl ist, die die durchschnittlichen Stückkosten abbildet. Für ein vollständiges Bild eines Abonnementunternehmens werden beide benötigt.

ARPU vs. Churn Rate

Die Churn Rate misst den prozentualen Anteil der Nutzer:innen, die ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum verliert. Der ARPU zeigt alleine, was jeder Nutzer wert ist. Die Churn Rate hingegen, wie lange er bleibt. Beide Kennzahlen werden häufig gemeinsam betrachtet. Ein Unternehmen mit moderatem ARPU, aber sehr geringer Abwanderungsrate ist oft wertvoller als eines mit hohem ARPU und schlechter Kundenbindung, da der Umsatz vorhersehbarer und die Nutzerbasis stabiler ist.

ARPU vs. Net Revenue Retention (NRR)

Die Net Revenue Retention gibt an, wie viel Umsatz ein Unternehmen aus seiner bestehenden Kundenbasis im Zeitverlauf hält. Sie berücksichtigt Upgrades, Downgrades und Kündigungen aber nicht Neukund:innen. Während der ARPU eine Momentaufnahme des Nutzerwerts zu einem bestimmten Zeitpunkt liefert, zeigt die NRR, ob dieser Wert innerhalb derselben Kundenbeziehung wächst oder sinkt. Ein NRR-Wert über 100 Prozent bedeutet, dass bestehende Kund:innen mit der Zeit mehr ausgeben.

ARPU vs. Kundenakquisitionskosten (CAC)

Der CAC misst, wie viel ein Unternehmen ausgibt, um neue Nutzer:innen oder Kund:innen zu gewinnen. Er ist eine der wichtigsten Kennzahlen in Kombination mit dem ARPU, da ein hoher ARPU allein noch nichts darüber aussagt, ob Wachstum tatsächlich profitabel ist. Generiert ein Unternehmen 30 Euro ARPU, gibt aber 200 Euro für die Akquisition eines Nutzers aus, stimmt die Einheiten-Ökonomie nicht.

 

Maßnahmen zur Steigerung des ARPU

Es gibt verschiedene Wege, den ARPU zu erhöhen, abhängig vom Geschäftsmodell, der bestehenden Nutzerbasis und der vorhandenen Monetarisierung-Lücken. Hier sind einige bewährte Methoden: 

Upselling und Cross-Selling

Beim Upselling werden bestehende Nutzer:innen auf ein höherpreisiges Tarifmodell gehoben, wie vom Basis- in das Standard- oder Premium-Paket. Beim Cross-Selling wird ein ergänzendes Produkt zum bestehenden Angebot hinzugefügt. Ein Telekommunikationsanbieter könnte Kund:innen beispielsweise von einem 5-GB-Datentarif auf eine Flatrate upgraden und zusätzlich ein Heim-Breitband-Paket anbieten.

Beide Ansätze funktionieren am besten, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Analyse-Tools helfen dabei, Nutzer zu identifizieren, die besonders aktiv sind, am wahrscheinlichsten upgraden werden oder bereits an die Grenzen ihres aktuellen Tarifs stoßen. Genau so wichtig ist es, den Mehrwert eines Upgrades klar zu kommunizieren.

Preisanpassungen

Eine Preiserhöhung ist der direkteste, aber auch riskanteste Weg zur ARPU-Steigerung. Schlecht umgesetzt, kann sie den Kundenverlust schneller beschleunigen, als der Umsatz steigt. Sie funktioniert am besten, wenn ein Unternehmen eine echte Preissetzungsmacht besitzt und diese durch Leistung verdient hat.

Eine nachhaltige Methode zur ARPU-Steigerung über Preisanpassungen besteht darin, das Produkt zuerst wertvoller zu machen, bevor mehr verlangt wird. Das bedeutet, Premium-Inhalte hinzufügen, erweiterte Funktionen einführen oder einen außergewöhnlichen Kundensupport bieten, der das Nutzererlebnis spürbar verbessert. Nutzungsdaten können dabei aufzeigen, welche Funktionen die höchste Engagement-Rate erzeugen und die größte Zahlungsbereitschaft auslösen.

Eine weitere wirksame, wenn auch subtilere Strategie, vor allem bei hohem Kundenverlust, ist der Wechsel von monatlicher zu jährlicher Abrechnung. Das steigert den Vorabumsatz je Nutzer:in und senkt gleichzeitig die Churn Rate, da Nutzer, die sich für ein ganzes Jahr gebunden haben, weitaus seltener kündigen.

Bündelangebote und Zusatzfunktionen

Bündelangebote fassen mehrere Produkte oder Dienste zu einem Paket zusammen. Das erhöht die Gesamtausgaben pro Nutzer:in, während das Gesamtangebot als besonders vorteilhaft wahrgenommen wird. Ein klassisches Beispiel: Internet, TV und Mobilfunk im Kombipaket zu einem Preis, der unter dem Einzelkauf liegt, aber über dem liegt, was die Kund:innen zuvor ausgegeben haben.

Zusatzfunktionen ermöglichen es, spezifische Extras außerhalb des Basis-Abonnements separat in Rechnung zu stellen, wie zusätzlicher Speicherplatz, Plug-ins, bevorzugter Support oder exklusive Inhalte. Sie wirken besonders gut, wenn das Kernprodukt eine breite Nutzerbasis mit unterschiedlichen Bedürfnissen hat.

Freemium-Einschränkungen

Wenn ein Unternehmen ein Freemium-Modell betreibt, kann es durch Einschränkungen des kostenlosen Angebots Nutzer in Richtung eines bezahlten Tarifs lenken oder sie aus dem Nenner der ARPU-Berechnung herausnehmen. Beides erhöht den ARPU.

Diese Strategie ist besonders sinnvoll, wenn die Konversionsrate niedrig ist oder das kostenlose Angebot im Vergleich zu Wettbewerbern zu großzügig geworden ist. Sie empfiehlt sich auch dann, wenn Daten zeigen, dass ein großer Teil der kostenlosen Nutzer:innen regelmäßig an ihre Grenzen stößt und mit dem richtigen Anreiz konvertieren würde. Das Risiko besteht darin, den Schwellenwert falsch einzuschätzen. Werden die Einschränkungen zu aggressiv vorgenommen, wandern Nutzer:innen zur Konkurrenz ab, statt auf ein bezahltes Angebot umzusteigen.

Bindung von besonders wertvollen Nutzern

Jede der oben genannten Strategien entfaltet ihre volle Wirkung erst bei einer stabilen Nutzerbasis. Daher ist es wichtig, aktiv in die Bindung hochwertiger Kund:innen zu investieren. Bewährte Ansätze sind proaktiver Support, Treueprogramme oder frühzeitiger Zugang zu neuen Funktionen. Die Bindung solcher Nutzer:innen ist günstiger als der Ersatz und nachhaltiger für die langfristige ARPU-Entwicklung.

 

Best Practices für das ARPU-Management

Eine zentrale Empfehlung für ein effektives ARPU-Management ist die Segmentierung nach Kohorte, Tarifmodell oder Region, da ein zusammengesetzter Durchschnittswert irreführend sein kann. Hat ein Unternehmen Nutzer:innen in Deutschland, die 20 Euro zahlen, und Nutzer:innen in Indien, die 2 Euro zahlen, spiegelt der Durchschnittswert von 11 Euro keinen der beiden Märkte wider.

Ebenso wichtig ist es, darauf zu achten, welcher Anteil der Nutzer:innen überhaupt zum ARPU beiträgt. In manchen Branchen wie dem Gaming-Bereich gibt eine kleine Gruppe von Nutzer:innen Tausende von Euro aus, während die Mehrheit gar nichts ausgibt. Das kann den ARPU gesund erscheinen lassen, obwohl der Großteil der Nutzerbasis keinen Beitrag leistet.

Schließlich sollte die ARPU-Entwicklung stets im Zusammenhang mit der Nutzerbindung betrachtet werden. ARPU-Steigerungsstrategien, die die Kennzahl kurzfristig verbessern, dabei aber die Nutzerbindung gefährden, sind langfristig kontraproduktiv. 

Generell gilt: Ein ARPU-Anstieg, der auf echter Zahlungsbereitschaft basiert, also auf Nutzer:innen, die upgraden, weil sie echten Mehrwert im Produkt sehen, ist nachhaltiger als einer, der aus kurzfristigen Maßnahmen resultiert.

 

Typische Interviewfragen zum ARPU

Wenn du dich auf Vorstellungsgespräche im Finanzbereich vorbereitest, könntest du möglicherweise auf Fragen zum ARPU stoßen, die das Verständnis dieser Kennzahl testen. Hier findest du ein paar mögliche Beispiele

1. Unternehmen A hat einen höheren ARPU als Unternehmen B. Welches schneidet besser ab?

Das lässt sich so pauschal nicht beantworten. Es kommt darauf an, ob beide Unternehmen in derselben Branche tätig sind, dieselbe Nutzer-Definition verwenden und in welcher Wachstumsphase sie sich befinden. Zudem sollte man prüfen, ob der ARPU-Trend bei jedem der Unternehmen steigt oder sinkt, bevor ein Vergleich gezogen wird.

2. Der ARPU eines Unternehmens ist in diesem Quartal um 20 Prozent gestiegen, der Gesamtumsatz blieb jedoch unverändert. Was ist passiert?

Wenn der ARPU steigt, der Umsatz aber stagniert, muss die Nutzerbasis proportional geschrumpft sein. Es wäre wichtig zu klären, ob der Nutzerrückgang beabsichtigt war, wie durch die gezielte Bereinigung inaktiver oder wenig wertvoller Konten oder ob es sich um echte Abwanderung handelt. Die Antwort auf diese Frage entscheidet, ob der ARPU-Anstieg ein positives Signal oder ein Warnsignal ist.

3. Warum könnte ein Unternehmen seinen ARPU absichtlich senken?

Um Marktanteile zu gewinnen, kann ein Unternehmen ein günstiges Einstiegsangebot einführen oder in neue Regionen bzw. Kundensegmente expandieren. Ein niedriger ARPU ist also nicht zwangsläufig ein Problem.

 

Key Takeaways

Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) ist eine Nicht-GAAP-Finanzkennzahl, die angibt, wie viel Umsatz ein Unternehmen je Nutzer:in innerhalb eines bestimmten Zeitraums erzielt. Er wird berechnet, indem der Gesamtumsatz durch die durchschnittliche Nutzerzahl im Betrachtungszeitraum dividiert wird. Da es sich um eine Nicht-GAAP-Kennzahl handelt, variiert die Definition von Umsatz und Nutzer:innen je nach Unternehmen.

Es gibt keinen universellen Benchmark für den ARPU, da er stark von Branche, Geschäftsmodell und Region abhängt. Ein hoher ARPU ist nicht automatisch positiv, vor Allem nicht, wenn er mit dem Verlust eines erheblichen Teils der Kundenbasis erkauft wird. Da der ARPU eine wesentliche Komponente des LTV ist, verbessert ein steigender ARPU das LTV/CAC-Verhältnis. Jedoch nur unter der Voraussetzung, dass die Abwanderungsrate konstant bleibt.