So berechnest du die Internal Rate of Return
Die Internal Rate of Return (IRR) beschreibt den Zinssatz, bei dem der heutige Wert aller zukünftigen Zahlungsströme genau der anfänglichen Investition entspricht. Anders gesagt: Die IRR ist die Rendite, bei der ein Investment rechnerisch weder Gewinn noch Verlust macht. Genau deshalb eignet sie sich perfekt, um unterschiedliche Investments vergleichbar zu machen.
Um die IRR zu berechnen, setzt man alle zukünftigen Cashflows einer Investition ins Verhältnis zur Anfangsinvestition und sucht den Zinssatz, bei dem der Kapitalwert gleich null ist.
Die Formel lautet:

Bevor wir das anwenden, schauen wir uns die einzelnen Bestandteile kurz an:
- t steht für den Zeitraum, in dem ein Cashflow anfällt, zum Beispiel Jahr 1, Jahr 2 und so weiter
- Cₜ ist der Cashflow im jeweiligen Zeitraum t
- C₀ ist die anfängliche Investition und meist negativ, da hier Geld ausgezahlt wird
- r ist die Internal Rate of Return, also genau die Rendite, die wir berechnen wollen
Theoretisch suchst du also den Zinssatz r, bei dem die Summe aller abgezinsten Cashflows genau null ergibt. In der Praxis wird die IRR fast immer mit Excel oder einem Finanzrechner bestimmt, weil man sie nicht einfach direkt auflösen kann.
Praxisbeispiel zur Berechnung der Internal Rate of Return
Stell dir vor, du investierst heute 1.000 Euro in ein Projekt. In einem Jahr bekommst du 600 Euro zurück, im zweiten Jahr weitere 600 Euro. Deine Anfangsinvestition C₀ beträgt −1.000, die Cashflows C₁ und C₂ liegen jeweils bei +600.
Die IRR ist nun genau der Zinssatz, bei dem der heutige Wert dieser beiden Rückzahlungen genau 1.000 Euro entspricht. Liegt die IRR zum Beispiel bei 13 Prozent, bedeutet das: Dieses Investment erwirtschaftet rechnerisch eine jährliche Rendite von 13 Prozent.
Anwendungsbereiche der Internal Rate of Return im Finance
Die Internal Rate of Return (IRR) wird im Finance so häufig genutzt, weil sie die Rendite einer Investition als einfache Prozentzahl ausdrückt. Dadurch lassen sich unterschiedliche Investments leicht vergleichen, selbst wenn Höhe und Zeitpunkt der Cashflows unterschiedlich sind.
Besonders relevant ist die IRR in folgenden drei Bereichen:

- Corporate Finance: Unternehmen nutzen die IRR, um zu prüfen, ob ein Projekt Wert schafft. Liegt sie über dem WACC (Weighted Average Cost of Capital), gilt das Projekt als attraktiv. Beim Vergleich mehrerer Projekte wird oft das mit der höchsten IRR bevorzugt, sofern Strategie und Risiko passen.
- Private Equity: Im Private Equity ist die IRR die zentrale Kennzahl zur Bewertung von Deals und Fonds, da sie sowohl die Höhe als auch den Zeitpunkt der Cashflows berücksichtigt.
- Investment Banking: Im Investment Banking wird die IRR bei M&A und LBO Analysen eingesetzt, um zu prüfen, ob Zielrenditen erreicht werden. Bei LBOs liegt diese häufig bei 20 bis 25 Prozent.
Grenzen der Internal Rate of Return (IRR)
Auch wenn die Internal Rate of Return (IRR) eine sehr beliebte und leicht verständliche Kennzahl ist, hat sie einige wichtige Schwächen, die du kennen solltest:
- Annahme zur Wiederanlage: Die IRR unterstellt, dass alle zwischenzeitlichen Cashflows wieder zur gleichen Rendite angelegt werden können. In der Realität ist das oft unrealistisch, weil es selten passende Reinvestitionsmöglichkeiten zu genau diesem Zinssatz gibt.
- Mehrere IRRs möglich: Wenn sich Ein- und Auszahlungen über die Zeit abwechseln, kann die Berechnung mehrere IRRs liefern. Das macht die Interpretation schwierig, da nicht eindeutig ist, welcher Wert aussagekräftig ist.
- Größe und Laufzeit von Projekten: Eine hohe IRR heißt nicht automatisch, dass ein Projekt besser ist. Ein kleines Projekt kann eine sehr hohe IRR haben, aber nur wenig absoluten Wert schaffen, während ein größeres Projekt mit niedrigerer IRR insgesamt mehr Wert erzeugt.
Deshalb wird die IRR in der Praxis fast immer zusammen mit dem Net Present Value (NPV) betrachtet, da dieser zeigt, wie viel Wert ein Projekt tatsächlich schafft. In Interviews punktest du besonders, wenn du zeigst, dass du sowohl die Vorteile als auch die Grenzen der IRR verstehst.
Typische Interviewfragen zur Internal Rate of Return (IRR)
Hier findest du typische Finance-Interviewfragen zur Internal Rate of Return (IRR) inklusive kurzer Antworten, die dir helfen, dich auf dein Interview im Investment Banking, Private Equity oder Corporate Finance vorzubereiten.
1. Was ist die IRR?
Die Internal Rate of Return (IRR) ist der Zinssatz, bei dem der Net Present Value (NPV) einer Investition genau null ist. Vereinfacht gesagt zeigt sie dir, welche jährliche Rendite ein Investment über seine Laufzeit erzielt und berücksichtigt dabei auch, wann die einzelnen Cashflows anfallen.
2. Wie wird die IRR in der Praxis interpretiert?
In der Praxis wird die IRR mit den Kapitalkosten des Unternehmens verglichen. Liegt die IRR über dem WACC, schafft das Projekt Wert und gilt als attraktiv. Liegt sie darunter, deckt die Rendite die Kapitalkosten nicht und das Projekt sollte abgelehnt werden.
3. Was sind die größten Schwächen der IRR?
Die IRR unterstellt, dass alle während der Laufzeit anfallenden Cashflows zur gleichen Rendite wieder angelegt werden können, was in der Realität oft nicht möglich ist. Außerdem kann es bei wechselnden Ein- und Auszahlungen mehrere IRRs geben, was die Aussagekraft einschränkt.
Zusätzlich berücksichtigt die IRR nicht die Projektgröße. Ein kleines Projekt kann eine sehr hohe IRR haben, aber nur wenig Wert schaffen, während ein größeres Projekt mit niedrigerer IRR insgesamt mehr Wert erzeugt. Deshalb sollte die IRR immer gemeinsam mit dem NPV betrachtet werden.