Wenn Unternehmen über ihren Erfolg sprechen, geht es oft um Gewinn. Doch Gewinn sagt nicht immer aus, wie viel Geld tatsächlich im Unternehmen ankommt. Genau hier kommt der Free Cash Flow (FCF) ins Spiel.

Er zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen nach dem laufenden Geschäft wirklich zur Verfügung steht. Deshalb ist der Free Cash Flow für Investor:innen besonders wichtig und spielt auch bei der Unternehmensbewertung eine große Rolle.

Was Free Cash Flow genau ist, wie man ihn berechnet und warum er oft aussagekräftiger ist als der Gewinn, schauen wir uns im Folgenden Schritt für Schritt an.
 


Free Cash Flow (FCF) erklärt: Definition und Bedeutung

Der Free Cash Flow (FCF) zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen nach dem laufenden Geschäft tatsächlich übrig bleibt. Er berücksichtigt nicht nur Einnahmen und Ausgaben, sondern auch notwendige Investitionen. Einfach gesagt: Free Cash Flow ist das Geld, über das ein Unternehmen frei verfügen kann.

Dieses Geld kann zum Beispiel für DividendenAktienrückkäufeSchuldenabbau oder Wachstumsinvestitionen genutzt werden.

Je nach Blickwinkel unterscheidet man zwei wichtige Varianten:

  1. Der Free Cash Flow to Firm (FCFF), auch Unlevered Free Cash Flow, zeigt den Cashflow, der allen Kapitalgebern zur Verfügung steht. Finanzierungseffekte wie Zinsen oder Schuldenänderungen werden hier nicht berücksichtigt. Der Fokus liegt auf dem operativen Geschäft.
  2. Der Free Cash Flow to Equity (FCFE), auch Levered Free Cash Flow, zeigt den Cashflow, der nach Zinszahlungen und Schuldentilgung bei den Eigenkapitalgebern ankommt.

 

Wie berechnet man den Free Cash Flow?

Die einfachste Methode, den Free Cash Flow (FCF) zu berechnen, ist, die Investitionen (CapEx) vom operativen Cashflow abzuziehen. Das funktioniert mit folgender Formel:

Wie berechnet man den Free Cash Flow?

Der operative Cashflow stammt aus der Cashflow-Rechnung und zeigt, wie viel Geld ein Unternehmen mit seinem täglichen Geschäft tatsächlich erwirtschaftet. Er ist bereits um nicht zahlungswirksame Effekte bereinigt, etwa Abschreibungen, sowie um Veränderungen im Working Capital wie den Einzug von Forderungen. Dadurch bildet er nur reale Geldflüsse ab.

Die Investitionen (CapEx) finden sich im Investitionsbereich der Cashflow-Rechnung. Sie zeigen, wie viel Geld ein Unternehmen in langfristige Vermögenswerte investiert, zum Beispiel in Maschinen, Gebäude oder Anlagen. Diese Ausgaben sind notwendig, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten oder weiterzuwachsen.

 

Warum braucht man den Free Cash Flow zur Unternehmensanalyse?

Nachdem klar ist, wie der Free Cash Flow berechnet wird, stellt sich die Frage, warum er in der Unternehmensanalyse eine Rolle spielt. Genau hier zeigt sich seine eigentliche Bedeutung.

Warum braucht man den Free Cash Flow zur Unternehmensanalyse?

  • Zeigt die finanzielle Lage: Free Cash Flow macht sichtbar, ob ein Unternehmen tatsächlich Geld erwirtschaftet oder dauerhaft mehr ausgibt als einnimmt. Anhaltend negativer FCF kann auf finanziellen Druck und Kapitalbedarf hindeuten.
  • Grundlage für Unternehmenswert und Ausschüttungen: Nur der Free Cash Flow steht für Dividenden, Aktienrückkäufe, Schuldentilgung und Investitionen zur Verfügung und ist damit zentral für den Unternehmenswert.
  • Realitätscheck für den Gewinn: Free Cash Flow zeigt, ob ausgewiesene Gewinne auch in echte Cashflows umgesetzt werden und deckt Probleme auf, die in der GuV nicht sichtbar sind.

 

Free Cash Flow vs. Net Income: Die wichtigsten Unterschiede

Der wichtigste Unterschied zwischen Free Cash Flow und Net Income (Gewinn) liegt darin, wie sie berechnet werden. Der Gewinn basiert auf der periodengerechten Rechnungslegung. Das bedeutet: Umsätze und Kosten werden dann erfasst, wenn sie entstehen, nicht unbedingt dann, wenn Geld tatsächlich fließt. Der Free Cash Flow dagegen zeigt nur echte Geldbewegungen.

Ein weiterer Unterschied ist, dass der Gewinn auch nicht zahlungswirksame Posten enthält, zum Beispiel Abschreibungen. Diese mindern zwar den Gewinn, kosten aber kein Geld. Beim Free Cash Flow werden solche Effekte wieder herausgerechnet. Gleichzeitig werden Investitionen (CapEx) abgezogen, da dieses Geld tatsächlich ausgegeben werden muss, um das Geschäft aufrechtzuerhalten oder auszubauen.

In der Unternehmensbewertung wird Free Cash Flow häufig dem Gewinn vorgezogen. Der Grund: Er zeigt verlässlicher, wie viel Geld einem Unternehmen wirklich zur Verfügung steht. Der Gewinn kann durch Bilanzierungsregeln beeinflusst werden und sagt wenig über die kurzfristige Liquidität aus. Ein Unternehmen kann also einen hohen Gewinn ausweisen und trotzdem wenig Cash generieren. Deshalb ist der Free Cash Flow die wichtigere Grundlage für Bewertungsmethoden wie die DCF-Analyse.

 

Typische Interviewfragen zum Free Cash Flow

Die beispielhaften Interviewfragen helfen dir, dich auf Gespräche über Free Cash Flow in Finance-Rollen vorzubereiten. Sie decken die wichtigsten Punkte ab, darunter Definition, Berechnung und der Unterschied zum Gewinn im Bewertungskontext.

1. Was ist Free Cash Flow (FCF)?

Der Free Cash Flow zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen zur Verfügung steht, nachdem alle laufenden Kosten und notwendigen Investitionen gedeckt sind. Dieses Geld kann für Dividenden, Aktienrückkäufe, Schuldentilgung oder weiteres Wachstum genutzt werden.

2. Wie wird Free Cash Flow berechnet?

Free Cash Flow wird berechnet, indem man die Investitionen (CapEx) vom operativen Cashflow abzieht. Der operative Cashflow zeigt, wie viel Geld das Unternehmen im Tagesgeschäft erwirtschaftet. Die CapEx stehen für notwendige Investitionen in langfristige Vermögenswerte. Das Ergebnis zeigt, wie viel Geld tatsächlich frei verfügbar ist.

3. Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Free Cash Flow?

Der Gewinn basiert auf buchhalterischen Regeln und enthält auch Posten ohne echte Geldbewegung. Der Free Cash Flow berücksichtigt dagegen nur tatsächliche Ein- und Auszahlungen. Er zeigt, wie viel Liquidität nach Geschäftstätigkeit und Investitionen übrig bleibt und ist daher ein verlässlicherer Indikator für die finanzielle Lage eines Unternehmens.

 

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Key Takeaways

Der Free Cash Flow (FCF) zeigt, wie viel Geld einem Unternehmen nach laufendem Geschäft und Investitionen tatsächlich bleibt. Dieses Geld kann für Dividenden, Aktienrückkäufe oder den Abbau von Schulden genutzt werden und ist daher ein wichtiger Indikator für die finanzielle Stärke und langfristige Wertschöpfung.

Die einfachste Berechnung des Free Cash Flow ist der operative Cashflow minus Investitionen (CapEx). Wird der FCF vor Zahlungen an Fremdkapitalgeber betrachtet, spricht man von Unlevered Free Cash Flow. Nach Zins- und Schuldentilgungen handelt es sich um Levered Free Cash Flow.

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Financial Covenant sind feste Regeln innerhalb von Kreditverträgen, die festlegen, welche Bedingungen ein Unternehmen während der Laufzeit eines Kredits finanziell einhalten muss. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Unternehmensfinanzierung und tauchen regelmäßig in Interviews im Investment Banking, Private Equity und Venture Capital auf.Dieser Artikel erklärt dir Financial Covenants von Grund auf und Schritt für Schritt. Du lernst, was sich hinter dem Begriff verbirgt, warum Covenants überhaupt existieren und wie sie in der Praxis funktionieren.  
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Ein Dividend Recap (auf Deutsch oft als dividendenfinanzierte Ausschüttung bezeichnet) ist eine Methode, mit der Private-Equity-Investor:innen Geld aus einem Unternehmen ziehen, ohne es direkt zu verkaufen. Statt auf einen späteren Verkauf oder Börsengang zu warten, nimmt das Unternehmen einen Kredit auf und zahlt dieses Geld an seine Eigentümer:innen aus.Das Unternehmen bleibt im Besitz der Investor:innen, hat danach aber mehr Schulden. Weil genau geprüft werden muss, ob das Unternehmen diese tragen kann, gehören Dividend Recaps zu den typischen Private-Equity-Deals, bei denen Investmentbanken beraten. Was ist ein Dividend Recap?Ein Dividend Recap beschreibt eine Situation, in der ein Unternehmen neue Schulden aufnimmt, nur um seinen Eigentümer:innen eine hohe einmalige Geldausschüttung zu zahlen. Dieses Fremdkapital kann aus Bankkrediten, Anleihen oder einer Mischung aus beidem bestehen.Meist wird so ein Schritt von Private-Equity-Firmen gemacht, die ein Unternehmen kontrollieren. Ihr Ziel ist es, sich frühzeitig einen Teil oder sogar ihr gesamtes eingesetztes Kapital zurückzuholen, noch bevor das Unternehmen später verkauft wird. Man kann sich das als einen Teil-Exit vorstellen. Das Unternehmen gehört ihnen danach weiterhin.Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht sehr eigennützig. Dahinter steckt aber oft ein klarer Grund. Die Investor:innen hinter Private-Equity-Fonds, zum Beispiel Pensionsfonds, Stiftungen oder Versicherungen, sind auf regelmäßige Cashflows angewiesen. Gerade Pensionsfonds brauchen laufend Geld, um zugesagte Rentenzahlungen leisten zu können. Für sie ist eine frühe Auszahlung daher extrem wichtig. Wie funktioniert ein Dividend Recap?Vereinfacht gesagt läuft ein Dividend Recap in zwei Schritten ab. Zuerst nimmt das Unternehmen auf Wunsch seiner Eigentümer:innen neue Schulden auf, zum Beispiel in Form von Krediten oder höher verzinsten Anleihen. 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