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High Yield Debt

Wusstest du, dass sich Unternehmen auch über den Kapitalmarkt finanzieren können – und nicht nur über Bankkredite oder Eigenkapital? Eine wichtige Rolle spielen dabei Unternehmensanleihen. Investor:innen stellen Firmen Kapital zur Verfügung, erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen, die sogenannten Kupons, und bekommen ihr Geld am Ende der Laufzeit zurück.

Neben normalen Unternehmensanleihen gibt es eine weitere Form von Anleihen: High Yield Debt. Sie werden auch Junk Bonds genannt. Diese Anleihen bringen höhere Zinsen, weil sie für Anleger:innen riskanter sind. Genau deshalb werden sie häufig genutzt, um größere Vorhaben wie Leveraged Buyouts, Wachstumsfinanzierungen oder Restrukturierungen zu finanzieren. Schauen wir uns nun im Detail an, wie High Yield Bonds funktionieren. 🔎
 


Was ist High Yield Debt?

Unternehmen können sich Geld am Kapitalmarkt leihen, indem sie Anleihen (Bonds) ausgeben. Investor:innen stellen dem Unternehmen dabei Kapital zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten sie regelmäßige Zinszahlungen, sogenannte Kupons, und bekommen ihr Geld am Ende der Laufzeit zurück.

Während der Laufzeit können Anleihen an der Börse gehandelt werden. Ihr Wert kann steigen oder fallen, zum Beispiel wenn sich das allgemeine Zinsniveau ändert oder sich die finanzielle Lage des Unternehmens verbessert oder verschlechtert. Für Investor:innen bedeutet das: Neben den laufenden Zinsen sind auch Gewinne möglich – aber ebenso Verluste, wenn die Anleihe vor dem Laufzeitende verkauft wird.

High Yield Debt bezeichnet dabei Anleihen von Unternehmen mit geringerer Bonität. Weil das Ausfallrisiko höher ist, bieten diese Anleihen höhere Zinsen als sogenannte Investment-Grade-Anleihen.

 Was ist High Yield Debt?

 

Wann spricht man von High Yield Debt?

Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens wird von spezialisierten Ratingagenturen wie S&P Global Ratings, Fitch Ratings und Moody’s Investors Service beurteilt. Sie analysieren die finanzielle Lage eines Unternehmens und bewerten mit Buchstabencodes, wie sicher oder riskant eine Anleihe ist.

Dabei gilt:

  • „A“ und „BBB“ stehen für relativ sichere Unternehmen
  • „BB“, „B“ und darunter stehen für deutlich höhere Risiken

Die Grenze zwischen sicheren und riskanteren Anleihen nennt man Investment Grade:

  • BBB- bei S&P und Fitch
  • Baa3 bei Moody’s

Alles unterhalb dieser Grenze gilt als High Yield Debt.

👉 Je weiter ein Rating nach unten rutscht, desto höher ist das Ausfallrisiko – und desto höher müssen die Zinsen sein, damit Investor:innen bereit sind zu investieren.

 

Was sind Fallen Angels und Rising Stars?

Was sind Fallen Angels und Rising Stars?

Im Anleihemarkt können sich Ratings verändern. Manchmal verschlechtert sich die finanzielle Lage eines Unternehmens, manchmal verbessert sie sich. Man nennt diese Unternehmen auch:

  • Fallen Angels: Das sind Unternehmen, deren Anleihen von Investment Grade auf High Yield herabgestuft werden. Sie galten also früher als vergleichsweise sicher, gelten nun aber als riskanter.
  • Rising Stars: Das sind Unternehmen, deren Anleihen sich verbessern und wieder den Investment-Grade-Status erreichen, also das Gegenteil von Fallen Angels.

Diese Beispiele zeigen, dass Ratings nicht feststehen, sondern sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung eines Unternehmens ändern können.

 

Merkmale und Risiken von High Yield Debt

Merkmale und Risiken von High Yield Debt

Höhere Zinsen, höheres Risiko

High Yield Bonds zahlen höhere Zinsen als Investment-Grade-Anleihen. Der Grund: Die Unternehmen gelten als weniger kreditwürdig. Anleger:innen erhalten die höheren Kupons als Ausgleich für ein größeres Risiko, dass das Unternehmen seine Schulden nicht vollständig zurückzahlen kann.

Stärkere Kursschwankungen

High Yield Bonds reagieren besonders empfindlich auf die wirtschaftliche Lage. Geht es der Wirtschaft schlechter, steigt das Risiko von Zahlungsausfällen, und die Kurse der Anleihen können deutlich fallen. Wer in dieser Phase verkaufen muss, kann Verluste machen.

Schwieriger handelbar

Im Vergleich zu sicheren Anleihen werden High Yield Bonds weniger häufig gehandelt. Das bedeutet: Es gibt weniger Käufer:innen und Verkäufer:innen. Dadurch ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis größer. Für Investor:innen kann das die Rendite schmälern, vor allem bei einem Verkauf vor Laufzeitende.

Risiko bei neuer Finanzierung

Wenn eine High-Yield-Anleihe ausläuft, müssen Unternehmen oft neue Schulden aufnehmen, um alte zurückzuzahlen. In schwierigen Marktphasen ist das meist nur zu höheren Zinsen möglich. Das erhöht den finanziellen Druck und kann im Extremfall zu Zahlungsausfällen führen.

 

Warum Unternehmen auf High Yield Debt setzen

Für viele Unternehmen ist der Zugang zu Investment-Grade-Anleihen oder klassischen Bankkrediten eingeschränkt, weil ihre Kreditwürdigkeit nicht ausreicht. High Yield Debt ermöglicht es ihnen trotzdem, größere Beträge am Kapitalmarkt aufzunehmen. Besonders häufig wird High Yield Debt genutzt, um Wachstum zu finanzieren – zum Beispiel bei Expansionen, Übernahmen oder Leveraged Buyouts (LBOs).

Ein weiterer Vorteil: Unternehmen können Kapital aufnehmen, ohne neue Aktien auszugeben. Die bestehenden Eigentümer behalten ihre Anteile, es kommt also nicht zu einer Verwässerung. Genau deshalb ist High Yield Debt eine wichtige Finanzierungsquelle für wachstumsorientierte Unternehmen mit höherem Risiko.

 

Die Unterschiede zwischen High Yield und Investment Grade

High Yield Bonds und Investment-Grade-Anleihen unterscheiden sich in mehreren ausschlaggebenden Punkten. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede in Bezug auf Rating, Risiko, Rendite, Handelbarkeit und Kursschwankungen.

 High Yield vs. Investment Grade

 

Typische Interviewfragen zu High Yield Debt

Im Folgenden findest du drei häufige Interviewfragen mit kurzen, verständlichen Antworten, die du dir für deine Finance-Interviews merken solltest.

1. Was ist High Yield Debt?

High Yield Debt bezeichnet Unternehmensanleihen mit einem Rating unterhalb von Investment Grade (unter BBB- / Baa3). Diese Anleihen zahlen höhere Zinsen, weil das Risiko eines Zahlungsausfalls größer ist. Im Gegensatz zu Aktien führen sie nicht zu einer Verwässerung der Eigentümeranteile. Da High Yield Bonds am Markt gehandelt werden, reagieren ihre Kurse auf Zinsänderungen, neue Unternehmenszahlen oder Ratingänderungen.

2. Worin unterscheiden sich High Yield Bonds von Investment-Grade-Anleihen?

High Yield Bonds bieten höhere Renditen, sind aber riskanter. Die Unternehmen haben eine geringere Kreditwürdigkeit, was zu stärkeren Kursschwankungen führt. Außerdem sind diese Anleihen oft schwerer handelbar, sodass Kauf- und Verkaufspreise weiter auseinanderliegen. Das kann vor allem bei einem Verkauf vor Laufzeitende die Rendite mindern. Zusätzlich besteht ein Risiko, wenn Unternehmen auslaufende Anleihen in schlechten Marktphasen neu finanzieren müssen.

3. Warum nutzen Unternehmen High Yield Debt und welche Risiken tragen Investor:innen?

Unternehmen greifen auf High Yield Debt zurück, wenn sie keinen Zugang zu günstigen Bankkrediten oder Investment-Grade-Anleihen haben. Häufig wird das Kapital für Wachstum, Übernahmen oder Leveraged Buyouts genutzt. Für Investor:innen sind die höheren Zinsen attraktiv, gleichzeitig tragen sie ein höheres Ausfallrisiko, stärkere Kursschwankungen und das Risiko, dass sich die finanzielle Lage des Unternehmens verschlechtert.

 

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Key Takeaways

High Yield Debt bezeichnet Unternehmensanleihen unterhalb von Investment Grade. Sie zahlen höhere Zinsen, weil Investor:innen ein höheres Ausfallrisiko tragen. Im Vergleich zu Investment-Grade-Anleihen sind sie riskanter, volatiler und oft schlechter handelbar.

Unternehmen nutzen High Yield Bonds, um trotz schwächerer Kreditwürdigkeit Kapital für Wachstum, Übernahmen oder Leveraged Buyouts (LBOs) aufzunehmen – ohne neue Aktien auszugeben. Für Investor:innen bieten sie attraktive Renditechancen, allerdings verbunden mit höheren Risiken durch Kursschwankungen, geringere Liquidität und mögliche Refinanzierungsprobleme.

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