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Financial Covenants

Financial Covenant sind feste Regeln innerhalb von Kreditverträgen, die festlegen, welche Bedingungen ein Unternehmen während der Laufzeit eines Kredits finanziell einhalten muss. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Unternehmensfinanzierung und tauchen regelmäßig in Interviews im Investment Banking, Private Equity und Venture Capital auf.

Dieser Artikel erklärt dir Financial Covenants von Grund auf und Schritt für Schritt. Du lernst, was sich hinter dem Begriff verbirgt, warum Covenants überhaupt existieren und wie sie in der Praxis funktionieren. 
 


Was sind Financial Covenants?

Ganz allgemein handelt es sich bei Financial Covenants um finanzielle Regeln, die ein Unternehmen einhalten muss, nachdem es einen Kredit aufgenommen hat. Sie sind Teil des Kreditvertrags und legen fest, wie sich das Unternehmen finanziell entwickeln sollte, solange der Kredit noch läuft. Grundlage dafür sind klar definierte Finanzkennzahlen aus dem Jahresabschluss oder dem Cashflow, die regelmäßig – meist quartalsweise – überprüft werden.

Ein kurzes Beispiel: Ein Unternehmen nimmt einen Kredit auf und verpflichtet sich, seine Verschuldung unter einer festgelegten Grenze zu halten. Zu jedem Testzeitpunkt wird geprüft, ob diese Grenze noch eingehalten wird. Wird sie überschritten, liegt ein Covenant Breach vor. Was genau das bedeutet, erklären wir dir im folgenden Abschnitt.
 

Was passiert bei einem Covenant Breach?

Ein Covenant Breach bedeutet, dass ein Unternehmen eine vereinbarte Regel im Kreditvertrag verletzt hat. Das ist zunächst nicht unbedingt ein Zahlungsausfall, sondern ein Signal, dass sich die finanzielle Lage verschlechtert hat und ein Gespräch erfolgen muss.

In der Praxis folgen daraufhin meist Verhandlungen zwischen Unternehmen und Kreditgeber:innen. Häufige Folgen sind höhere Zinsen, strengere Regeln oder eine Gebühr („Waiver Fee“), mit der sich das Unternehmen mehr Zeit erkauft. Nur in schweren Fällen stellen Kreditgeber:innen den Kredit sofort fällig. Für Investor:innen kann ein Breach bedeuten, dass zusätzliches Eigenkapital nötig wird oder der Geschäftsplan angepasst werden muss.
 

Warum Financial Covenants wichtig sind

Wenn ein Unternehmen einen Kredit aufnimmt, geben die Kreditgeber:innen Geld aus der Hand, ohne das Unternehmen im Alltag steuern zu können. Financial Covenants helfen dabei, dieses Risiko kontrollierbarer zu machen. Sie sorgen dafür, dass sich finanzielle Probleme nicht unbemerkt aufbauen, sondern frühzeitig erkannt werden.

Die Hauptvorteile von Financial Covenants sind:

  • Früherkennung von Problemen: Covenants zeigen früh, wenn sich Verschuldung, Cashflows oder Profitabilität verschlechtern.
  • Mehr Transparenz: Kennzahlen schaffen Orientierung für beide Seiten. Das Unternehmen kennt seine Grenzen, die Kreditgeber:innen behalten den Überblick.
  • Rechtzeitiges Gegensteuern: Ein Covenant Breach signalisiert Handlungsbedarf und führt oft zu Maßnahmen wie Kostensenkungen, Refinanzierungen oder zusätzlichem Eigenkapital.
  • Risikobegrenzung für Kreditgeber:innen: Banken, Debt Funds und Investor:innen reduzieren mit Covenants das Risiko, dass sich die Rückzahlungsfähigkeit eines Unternehmens unbemerkt verschlechtert.
     

Die Hauptkategorien von Financial Covenants

Grundsätzlich lassen sich Financial Covenants in zwei Kategorien einteilen. Der wichtigste Unterschied ist, wann sie geprüft werden und wann sie relevant sind.

Die Hauptkategorien von Financial Covenants

Maintenance Covenants: Laufende Kontrolle

Maintenance Covenants müssen regelmäßig eingehalten werden, meist quartalsweise. Unabhängig davon, was das Unternehmen gerade plant, wird geprüft, ob bestimmte Finanzkennzahlen noch innerhalb der vereinbarten Grenzen liegen.

Typische Beispiele sind Vorgaben zur maximalen Verschuldung oder zur Zinszahlungsfähigkeit. Sinkt etwa das EBITDA oder steigt die Verschuldung zu stark, kann ein Covenant verletzt werden.

Incurrence Covenants: Kontrolle bei Aktionen

Incurrence Covenants werden nicht regelmäßig geprüft. Sie greifen nur dann, wenn das Unternehmen etwas Bestimmtes ausführen will, zum Beispiel neue Schulden aufnehmen.

Das Prinzip ist einfach: Das Unternehmen darf diese Aktion nur dann durchführen, wenn es die vereinbarten Finanzgrenzen auch nach der Aktion einhält. So wird verhindert, dass sich das Unternehmen durch einzelne Entscheidungen zu stark verschuldet.

Incurrence Covenants sind typisch für High-Yield-Bonds und unitranche Finanzierungen, bei denen Unternehmen mehr Flexibilität im Alltag haben, dafür aber Grenzen bei größeren Entscheidungen gelten.

Weitere Covenant-Kategorien

Neben Financial Covenants gibt es affirmative und negative Covenants: Affirmative Covenants legen fest, was ein Unternehmen tun muss (zum Beispiel regelmäßig Finanzberichte liefern oder gesetzliche Vorgaben einhalten), während Negative Covenants bestimmen, was es nicht tun darf (etwa große Unternehmensverkäufe oder zusätzliche Verpflichtungen ohne Zustimmung der Kreditgeber:innen eingehen).

Diese Covenants gehören zu jedem Kreditvertrag, stehen in Finance-Interviews aber meist nicht im Fokus – dort sind vor allem Financial Covenants wichtig.
 

Die wichtigsten Financial Covenants im Überblick

In der Praxis gibt es viele mögliche Financial Covenants, in Finance-Interviews werden jedoch meist nur wenige Kennzahlen abgefragt.

Die folgenden Covenants gehören zu den wichtigsten im Investment Banking, Private Equity und Leveraged Finance – jeweils mit einem einfachen Merksatz, damit du sie dir leicht einprägen kannst.

Die wichtigsten Financial Covenants im Überblick

Maximum Leverage Ratio

Die Maximum Leverage Ratio begrenzt, wie hoch die Schulden im Verhältnis zum operativen Ergebnis sein dürfen. Je niedriger der erlaubte Wert, desto vorsichtiger ist die Finanzierung aufgebaut.

Merksatz: Wie viel Schulden darf sich das Unternehmen leisten?

Minimum Interest Coverage Ratio

Die Minimum Interest Coverage Ratio stellt sicher, dass das Unternehmen seine Zinsen aus dem operativen Ergebnis bezahlen kann. Sinkt die Kennzahl zu stark, werden die Zinskosten zu einer Belastung.

Merksatz: Reicht das operative Ergebnis aus, um die Zinsen zu zahlen?

Minimum Fixed Charge Coverage

Die Minimum Fixed Charge Coverage Ratio prüft, ob der operative Cashflow für alle festen Zahlungen ausreicht, also nicht nur für Zinsen, sondern auch für Leasingraten oder feste Tilgungen.

Merksatz: Reicht der Cashflow für alle regelmäßigen Pflichtzahlungen?

Minimum Liquidity Covenant

Das Minimum Liquidity Covenant verlangt, dass das Unternehmen jederzeit einen Mindestbetrag an verfügbarem Cash oder Liquidität hält.

Merksatz: Ist genug Geld auf dem Konto, um kurzfristig zahlungsfähig zu bleiben?

Debt Service Coverage Ratio

Die Debt Service Coverage Ratio misst, ob der laufende Cashflow ausreicht, um Zinsen und Rückzahlungen tatsächlich zu leisten.

Merksatz: Kann das Unternehmen seine Schulden wirklich bedienen?
 

Typische Interviewfragen zu Financial Covenants

Hier sind drei klassische Interviewfragen mit kurzen, klaren Antworten zur Vorbereitung auf deine Interviews im Finance:

1. Was sind Financial Covenants und warum werden sie eingesetzt?

Financial Covenants sind finanzielle Regeln in Kreditverträgen, die festlegen, welche Kennzahlen ein Unternehmen während der Kreditlaufzeit einhalten muss. Sie helfen Kreditgeber:innen, frühzeitig zu erkennen, ob sich die finanzielle Lage verschlechtert und die Rückzahlung des Kredits gefährdet sein könnte.

2. Was ist der Unterschied zwischen Maintenance und Incurrence Covenants?

Maintenance Covenants werden regelmäßig geprüft, meist quartalsweise, und müssen zu jedem Testzeitpunkt eingehalten werden. Incurrence Covenants gelten nur dann, wenn das Unternehmen bestimmte Aktionen plant, zum Beispiel neue Schulden aufzunehmen oder Dividenden auszuschütten. Maintenance Covenants sind deshalb strenger und lassen dem Unternehmen weniger laufenden Spielraum.

3. Warum führen höhere Leverage Ratios oft zu strengeren Covenants?

Eine höhere Verschuldung erhöht das Risiko für Kreditgeber:innen, weil schon kleine Ergebnisrückgänge problematisch werden können. Strengere Covenants sorgen dafür, dass finanzielle Probleme früh sichtbar werden und Kreditgeber:innen rechtzeitig eingreifen können.
 

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Key Takeaways

Financial Covenants sind finanzielle Regeln in Kreditverträgen, mit denen Kreditgeber:innen überwachen, wie sich ein Unternehmen während der Kreditlaufzeit entwickelt. Sie basieren auf definierten Kennzahlen wie Verschuldung, Zinsdeckung, Cashflow und Liquidität und werden meist regelmäßig geprüft. Ein Covenant Breach ist dabei kein sofortiger Zahlungsausfall, sondern ein wichtiges Frühwarnsignal, das Gespräche und Anpassungen auslöst. Genau deshalb spielen Financial Covenants eine zentrale Rolle in der Unternehmensfinanzierung.

Für Interviews im Investment Banking, Private Equity und Leveraged Finance sind vor allem die folgenden Covenants entscheidend: Leverage Ratio, Interest Coverage, Fixed Charge Coverage, Liquidity und Debt Service Coverage. Wichtig ist nicht nur, sie definieren zu können, sondern ihren Zweck zu verstehen: Wie hoch ist das Risiko? Kann das Unternehmen seine Zahlungen leisten und bleibt es finanziell handlungsfähig? Wer diese Logik beherrscht und die Covenants anhand einfacher Beispiele erklären kann, zeigt echtes Verständnis statt auswendig gelerntem Wissen.

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Dividend Recap
Wichtige Kennzahlen & Begriffe
Ein Dividend Recap (auf Deutsch oft als dividendenfinanzierte Ausschüttung bezeichnet) ist eine Methode, mit der Private-Equity-Investor:innen Geld aus einem Unternehmen ziehen, ohne es direkt zu verkaufen. Statt auf einen späteren Verkauf oder Börsengang zu warten, nimmt das Unternehmen einen Kredit auf und zahlt dieses Geld an seine Eigentümer:innen aus.Das Unternehmen bleibt im Besitz der Investor:innen, hat danach aber mehr Schulden. Weil genau geprüft werden muss, ob das Unternehmen diese tragen kann, gehören Dividend Recaps zu den typischen Private-Equity-Deals, bei denen Investmentbanken beraten. Was ist ein Dividend Recap?Ein Dividend Recap beschreibt eine Situation, in der ein Unternehmen neue Schulden aufnimmt, nur um seinen Eigentümer:innen eine hohe einmalige Geldausschüttung zu zahlen. Dieses Fremdkapital kann aus Bankkrediten, Anleihen oder einer Mischung aus beidem bestehen.Meist wird so ein Schritt von Private-Equity-Firmen gemacht, die ein Unternehmen kontrollieren. Ihr Ziel ist es, sich frühzeitig einen Teil oder sogar ihr gesamtes eingesetztes Kapital zurückzuholen, noch bevor das Unternehmen später verkauft wird. Man kann sich das als einen Teil-Exit vorstellen. Das Unternehmen gehört ihnen danach weiterhin.Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht sehr eigennützig. Dahinter steckt aber oft ein klarer Grund. Die Investor:innen hinter Private-Equity-Fonds, zum Beispiel Pensionsfonds, Stiftungen oder Versicherungen, sind auf regelmäßige Cashflows angewiesen. Gerade Pensionsfonds brauchen laufend Geld, um zugesagte Rentenzahlungen leisten zu können. Für sie ist eine frühe Auszahlung daher extrem wichtig. Wie funktioniert ein Dividend Recap?Vereinfacht gesagt läuft ein Dividend Recap in zwei Schritten ab. Zuerst nimmt das Unternehmen auf Wunsch seiner Eigentümer:innen neue Schulden auf, zum Beispiel in Form von Krediten oder höher verzinsten Anleihen. Das frische Geld wird anschließend genutzt, um eine einmalige Geldausschüttung an die Eigentümer:innen auszuzahlen.In der Praxis steckt dahinter aber deutlich mehr Arbeit. Die Private-Equity-Firma und ihre Berater:innen prüfen zuerst sehr genau, ob das Unternehmen dafür überhaupt geeignet ist. Sie schauen, wie viele neue Schulden das Unternehmen realistisch tragen kann und ob es seine Rechnungen auch nach der Auszahlung noch zuverlässig bezahlen kann. Diese Prüfung ist wichtig, damit Gläubiger:innen die Transaktion später nicht anfechten können.Nach dem Dividend Recap sieht man den Effekt klar in der Bilanz: Das Unternehmen hat mehr Verbindlichkeiten und weniger Eigenkapital. Vor- und Nachteile eines Dividend RecapsDu merkst wahrscheinlich schon: Ein Dividend Recap bringt vor allem Vorteile für die Eigentümer:innen, während das Unternehmen Risiken trägt.Vorteile eines Dividend RecapsFrühe Rückzahlung des Investments: Private-Equity-Investor:innen bekommen schnell Geld zurück, oft schon wenige Jahre nach dem Einstieg, ohne das Unternehmen verkaufen zu müssen.Höhere Rendite: Weil das Geld früher zurückfließt, steigt die Rendite für die Investor:innen deutlich.Geringeres Risiko für Investor:innen: Ein Teil des eingesetzten Kapitals ist bereits zurückgezahlt. 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Bis dahin hatte das Unternehmen Zeit, einen Teil der ursprünglichen Schulden zurückzuzahlen, profitabler zu werden oder stabilere Cashflows aufzubauen. Genau das schafft Spielraum für neue Schulden.Ob ein Dividend Recap möglich ist, hängt stark vom Kreditmarkt ab. Besonders häufig finden sie in Phasen mit niedrigen Zinsen und lockeren Kreditbedingungen statt, wenn Banken und Investor:innen bereit sind, viel Geld zu verleihen.Oft ist ein Dividend Recap auch eine Art Plan B. Wenn Verkaufsangebote zu niedrig ausfallen oder die Märkte schlecht sind, können Private-Equity-Firmen ihren Investor:innen trotzdem schon Geld auszahlen und noch ein oder zwei Jahre auf einen besseren Verkaufszeitpunkt warten.Ein Dividend Recap Beispiel aus der PraxisEin bekanntes Beispiel ist Clarios International Inc.. Das Unternehmen führte Anfang 2025 einen Dividend Recap über rund 4,5 Milliarden US Dollar durch. 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