Case-Interview 2021 – Der ultimative Guide für Deine Case Vorbereitung

Ein Case-Interview ist eine Art von Vorstellungsgespräch, bei dem der Kandidat eine Problemdarstellung in einem Business-Szenario analysieren und lösen muss ("Case"). Es dient dazu, die Situation im Job zu simulieren und herauszufinden, ob der jeweilige Kandidat die für den Beruf erforderlichen analytischen und kommunikativen Fähigkeiten mitbringt. Case-Interviews werden häufig und weltweit in den Auswahlprozessen von Unternehmensberatungen eingesetzt, wie z.B. McKinsey, Boston Consulting Group (BCG) oder Bain & Company. 

Vor dem Case-Interview
Tipps für Deine Vorbereitungszeit
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Löse den Case
Löse den Case in 10 Schritten
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Während des Case-Interviews
13 Tipps für Deinen Interview Tag
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Übersicht

Case-Interview Fragen und Antworten

Was ist ein Case-Interview?

Ein Case-Interview ist ein Teil des Bewerbungsgesprächs, in dem Du als Kandidat eine Problemdarstellung in einem Business-Szenario analysieren und lösen musst, während Du mit dem Interviewer interagierst. Der Case basiert oft auf einem Problem, an dem der Interviewer im wirklichen Leben gearbeitet hat. Dieser Teil des Interviews ist eher als Dialog gedacht. Du solltest proaktiv sein und Fragen stellen, während Du versuchst, die richtige Schlussfolgerung zu finden. Ansonsten wird der Interviewer versuchen Dich in die richtige Richtung zu führen, indem er selbst Fragen stellt.
Während des gesamten Bewerbungsprozesses nimmst Du an bis zu sechs Case-Interviews in zwei oder mehreren Runden teil. Dies ist abhängig von der Position, auf die Du Dich bewirbst. Die meisten Case-Interviews haben die gleiche Grundstruktur, können bis zu einer Stunde dauern und bestehen in der Regel aus vier Teilen: 

Case-Interview Format
  • ~ 5 Minuten: Einleitung und Small Talk
  • ~ 15 Minuten: Personal Fit Interview
  • ~ 30 Minuten: Case-Interview
  • ~ 5 Minuten: Deine Fragen an den Interviewer 

Wer nutzt Case-Interviews und warum?

Case-Interviews sind seit jeher ein Bestandteil von Job-Interviews in Unternehmensberatungen. Heutzutage werden ähnliche Formate auch in Marketing-, Strategie-, Betriebs- oder Einzelhandelspositionen verwendet, da sie ein großartiges Instrument sind, um die quantitativen und qualitativen Fähigkeiten eines Bewerbers zu überprüfen. Es ermöglicht dem Interviewer, einen tieferen Einblick darüber zu bekommen, wie Du Dich als Kandidat präsentierst und die begrenzte Menge an Informationen, die Du erhältst, verwendest.

Der Grund, wieso Unternehmensberatungen das Case-Interview-Format anwenden, liegt darin, dass die behandelten Themen in den meisten Fällen Szenarien widerspiegeln, die nahe an der Realität des Berateralltags liegen. Es erfordert vom Bewerber, die richtigen Fragen zu stellen, strukturierte Frameworks anzuwenden und über den Tellerrand hinauszuschauen.
 

Case-Interview-Kompetenzen: Fragen stellen, Struktur, über den Tellerrand hinausschauen

Welche Fähigkeiten sind bei einem Case-Interview erforderlich?

Bei einem Case-Interview gibt es nicht nur eine “richtige” oder “Standard” Antwort. Es gibt oft viele Lösungen für einen einzigen Fall und am Ende zählt Dein Gedankengang und wie Du zu Deiner Lösung gekommen bist. Der Interviewer wird Dich in fünf Kategorien bewerten: 

1) Problemlösungskompetenz

Der Interviewer wird Dich auf Deine Fähigkeit prüfen, Probleme zu identifizieren, Ursachen zu isolieren und Probleme zu priorisieren. Während eines Case-Interviews wird Dir eine Vielzahl von relevanten und irrelevanten Daten präsentiert. Du solltest wissen, wie Du diese Daten nutzen kannst, um Empfehlungen auszusprechen. Darüber hinaus musst Du beweisen, dass Du in der Lage bist, eine logische Argumentation zu liefern, ohne voreilige Schlussfolgerungen auf der Grundlage unzureichender Beweise zu ziehen.

2) Kreativität und Geschäftssinn

Als Bewerber im Consulting solltest Du die grundlegenden Business-Konzepte kennen, sowie ein gewisses Maß an Geschäftssinn und Kreativität mitbringen. Wenn der Interviewer Dich bittet, innovative Ideen zur Steigerung der Rentabilität einer Hotelkette zu finden, solltest Du eine Reihe von Ideen vorlegen, die geschäftlich sinnvoll sind. Es wird nicht erwartet, dass Du tiefe Kenntnisse über das Hotelgewerbe mitbringst, sondern dass Du in der Lage bist, relevante und aufschlussreiche Fragen zu den Aspekten zu stellen, die für Dich wichtig sind, um das jeweilige Problem des Kunden zu lösen.

3) Struktur

Eine Struktur einzuhalten bedeutet, dass Du die Frage mit einem klaren Schritt-für-Schritt-Ansatz lösen solltest, den Du wiederum aktiv gegenüber Deinem Gesprächspartner kommunizierst. Eine gute Struktur ist der wichtigste Teil eines Case-Interviews, da sie die grundlegende Basis Deines Ansatzes und Deiner Argumentation bildet. Sie ist gleichzeitig der Hauptgrund, warum Kandidaten in ihren Case-Interviews scheitern. Ein häufiger Fehler, den Kandidaten machen ist, dass sie versuchen standardisierte Frameworks auf jeden Case anzuwenden, den sie bekommen. Stattdessen solltest Du den Case lösen, indem Du ein Framework kreierst, das speziell auf die jeweilige Problemdarstellung zugeschnitten ist - so wie Du es als Berater bei einem Projekt für einen Kunden tun würdest.

4) Mathematische Kenntnisse

Als Berater ist es Teil Deines Jobs Zahlen zu verarbeiten und Daten zu interpretieren. Deshalb ist es wichtig, dass Du ein gutes Zahlengefühl hast und herausragende Kopfrechen-Fähigkeiten mitbringst. Du solltest einfache Kalkulationen im Schlaf können. 

5) Kommunikationsfähigkeit

In Zeiten der Digitalisierung werden soziale Kompetenzen für Unternehmensberater immer wichtiger. Im Job wirst Du mit hochrangigen Führungskräften, Kunden, Partnern und Kollegen im Kontakt stehen. Eine gute Kommunikation ist entscheidend, um Deine Arbeit effizient ausführen zu können. Daher wird Dein Interviewer besonders darauf achten, wie Du kommunizierst und wie Du Dich während des Gesprächs präsentierst. Sei immer professionell, antworte kurz und bündig und kommuniziere das Wichtigste immer als Erstes (siehe Pyramiden-Prinzip).

Was sind die Unterschiede zwischen …?

Erster- and Zweiter Interview-Runde

 

 Erste Runde

 Zweite Runde

Format

 Identisch

Identisch

Level des Interviewers

Consultant oder Projektmanager (bis zu 4 Jahre Beratererfahrung) 

Partner (mehr als 10 Jahre Beratererfahrung)

Schwierigkeitsgrad

 Niedriger

Höher

Bedeutung

Niedriger

Höher

Während das Format zwischen der ersten und zweiten Interviewrunde dasselbe bleibt, unterscheidet sich das Level des Interviewers. Die Person, die Dich in der ersten Runde interviewt, ist in der Regel jünger und hat bis zu 4 Jahre Berufserfahrung (Consultants oder Projektmanager). Die zweite Runde wird von Partnern durchgeführt, die mehr als 10 Jahre Berufserfahrung haben und testen werden, wie Du mit Herausforderungen umgehst. Aus diesem Grund werden Interviews der zweiten Runde von Kandidaten als schwieriger wahrgenommen. Da die Meinung der Partner am Ende mehr zählt, hat Deine Leistung in der zweiten Runde des Case-Interviews auch mehr Gewicht. Für mehr Informationen zu den verschiedenen Positionen, lies bitte McKinsey Hierarchy: The Different Position Levels.

Von Kandidaten und vom Interviewer geführte Case-Interviews

 

Von Kandidaten geführt

Vom Interviewer geführt

Art der Fragen

Sehr allgemeine Ausgangsfrage oder gar keine Frage (nur grobe Beschreibung einer Situation)

Sehr spezifische Fragen im gesamten Interview

Interviewer Verhalten 

Der Interviewer gibt Dir komplette Freiheit für Deine Vorgehensweise und Deinen Ansatz

Der Interviewer sorgt für Unterbrechungen und Umkehrungen, die nicht aus Deiner Analyse resultieren

Daten

Daten und Informationen werden meist auf Deinen Wunsch hin bereitgestellt

Daten und Informationen, z.B. Tabellen und Grafiken, werden Dir während des gesamten Interviews gegeben

Unternehmen

Die meisten Beratungsunternehmen

Vor allem genutzt bei McKinsey

In von Kandidaten geführten Cases erwartet der Interviewer vom Kandidaten, dass er/sie den Interviewer durch den Case führt. Als Kandidat kannst Du dies tun, indem Du relevante Fragen stellst und Deine Hypothesen entwickelst und testest. Von Kandidaten geführte Cases sind die am häufigsten genutzte Art von Cases. Du findest sie bei den meisten großen Beratungsfirmen wie BCG, Bain und gelegentlich bei McKinsey.

Vom Interviewer geführte Cases werden am häufigsten bei McKinsey eingesetzt. Wie der Titel vermuten lässt, wird der Bewerber von dem Interviewer durch das Case-Interview geführt.
Mehr Informationen zu den zwei verschiedenen Interview-Stilen findest Du in unserem BootCamp-Artikel: Interviewer-Led vs. Candidate-Led.
 

Case-Interview-Beispiele von McKinsey, BCG, Bain und anderen Top-Beratungsunternehmen 

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Im Folgenden findest Du einige Beispiele für Cases, die Dich in der ersten Case-Interview-Runde erwarten könnten:

Bain Logo Bain Case: Altes Weingut
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten | Stil: Candidate-led (üblicher Stil) | Themen: Wachstumsstrategie , Marktanalyse , Markteinschätzung , Fusionen & Übernahmen  
Sie erben von Ihrem Großvater ein Weingut, die Old Winery. Da Sie sich mit Weinanbau wenig auskennen, wollen Sie das Weingut nicht operativ leiten, aber finden die Idee spannend, ein Weingut zu besitzen. Ihr Plan ist es jedoch, dem Weingut einen frischen Wind einzuhauchen. Ganzen Case lesen.

Deloitte Logo Deloitte Consulting Case: Footloose
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten | Stil: Real Case, Candidate-led (üblicher Stil) | Themen: MarktanalyseWettbewerbsreaktion
Duraflex ist ein deutscher Schuhhersteller mit einem jährlichen Umsatz von ca. €1 Mrd. Ihr größter Absatzmarkt war immer der Stiefelmarkt. In diesem Markt konkurrieren Sie mit drei anderen Hauptkonkurrenten. Das Management fragt Sie um Rat. Ganzen Case lesen.

Roland Berger LogoRoland Berger Case: Online Star
Schwierigkeitsgrad: Fortgeschritten | Stil: Real Caseüblicher Stil) | Themen: ProfitabilitätsanalyseMarktanalyseWachstumsstrategie
Onlinestar, ein Onlinehändler für Möbel- und Gartenprodukte (Kerngeschäft) ist durch eine Ausweitung des Produktportfolios in den letzten Jahren stark gewachsen. Der Vorstand von Onlinestar bittet Sie um eine Analyse der Gründe für das negative Ergebnis, sowie eine daraus abgeleitete Handlungsempfehlung. Ganzen Case lesen.

Übe mehr Cases!

In unserer Case-Sammlung findest Du mehr als 180 Cases, inklusive Cases von echten Unternehmen und unserer Consulting-Coaches.

Case-Interview-Frameworks 

Case-Interview Framework: Arbeiten am Laptop

Case-Interview-Frameworks sind das perfekte Tool, um Deine Gedanken während des Interviews zu strukturieren. Sie helfen Dir, ein Problem in seine Bestandteile zu zerlegen, sodass Du strukturiert und methodisch durch den Case und das Business-Problem gehen kannst. Dieses Vorgehen wird Deinen Gesprächspartner davon überzeugen, dass Du Deine Skills aus dem Case-Interview auch im Job anwenden kannst.

1. Die besten Frameworks beim Lösen von Cases

Ein Framework kann Dir helfen ein Business-Problem in einem Case-Interview strukturiert und übersichtlich zu lösen. Um feststellen zu können, welcher das geeignetste Framework für den vorliegenden Case ist, solltest Du die gängigsten Case-Typen kennen. Unsere Coaches Guennael und Vlad erklären ihre Ansätze:

Guennael
Ex-MBB, Experienced Hire; I will teach you not only the how, but also the why of case interviews

What does a framework really have to do? Basically, 3 things:
 
First, be MECE (Mutually Exclusive, Collectively Exhaustive); Second, help you go through the case in a structure and methodical way to not only allow you find the best answer; Third, convince your interviewer that your success is repeatable, and that you will crack this case and the next and the next.
 
Back when I was prepping for my BCG interview, I ended up falling back on just two frameworks, which I'd then tweak to fit the actual case: First, a version of the profitability model (Profit = Revenue - Cost, and Revenue = Price x Quantity); Second, a basic version of (Product, Price, Client, Competition, Company). Are these 2 frameworks optimal in every instance? No, they are not. Did they do the trick? I have used them in the 10+ practice cases with former BCGers, as well as in my 5 BCG cases... and I got in, so there's that :) I would even argue that every case can be solved by using either or both of these frameworks. Learn them, keep them in your back-pocket and be ready to use them. If you find a better one, great! But I'd rather you started with an "ok" framework and focused on solving the problem than spending 30 seconds at the beginning of the case to find the "perfect" framework, failed, and found yourself having to think on the fly as your start the solving process.
 

Vlad
McKinsey / Accenture Alum / Got all BIG3 offers / Harvard Business School

There is no one-fits-all structure. You should have some patterns in mind for specific case types, however, you should change them depending on the:

  • Objective
  • Additional details of the case
  • Industry
  • Etc

Below you can find a list of the most common case types and some high-level recommendations on structuring:

  • Market sizing - structuring from the supply or demand side. Structuring using a formula or using an issue tree
  • Profitability - basic profitability framework. Remember about different revenue streams and product mix
  • Market context cases (Market Entry, New product, Acquisition, etc). Always start with the big picture "market". Finish with something the specific strategy to asnwer the objective of the case (e.g. "Entry strategy" - for market entry. "Exit Strategy" for PE case. "Go-to-market strategy" for a new product case). Structure it as if you are defining the work streams for the real project.
  • Operational math problem (e.g. Should we increase the speed of an elevator or just buy a second one? How should we reduce the queues? Etc.) - Structuring as a process / value chain, with inflows, operations, and outflows
  • Cost cutting - I provided the recommendations on structuring it: 

Structuring:

  • What is the cost composition and what are the biggest costs
  • Benchmarking of the biggest costs to find the improvement potential
  • Process improvements to meet the benchmarks
  • Costs and benefits of the proposed initiatives

The key concepts that you have to learn:

  • Internal / external benchmarking
  • Idle time
  • Core processes (usually are optimized) and the supporting processes (usually are cut)
  • Math structures (Frequency of operations * time per operation)
  • Other useful structures (e.g. people - process - technology)
  • Valuation - Purely financial structure with cash flows, growth rate, WACC / hurdle rate, etc.
  • Synergies - revenue synergies (price, qty, mix) and cost synergies (value chain).
  • Social / economics cases (e.g. How to improve the quality of life in the city? How to increase the revenues of the museum?) - huge variability. Practice 3-5 social cases before the interview

Besides that, there is a bunch of useful frameworks that you can apply in the middle of the case to find the root cause of a problem. E.g.

  • People - Process - Technologies
  • Capacity - Utilization - Output rate
  • Product - Distribution - Marketing - Price
  • Value-based pricing - competitive pricing - cost-based pricing
  • etc

You will learn these frameworks while solving the cases. It's useful to have a bunch of them in mind in order to be able to identify the root-cause quickly.
 

2. Wie Du ein Framework (NICHT) nutzen solltest

Mit Frameworks bist Du in jedem Case strukturiert. Sie geben Dir ein Gefühl von Sicherheit und führen Dich wie ein roter Faden durch Deinen Case. Allerdings solltest Du Dich nicht zu sehr auf bestimmte Frameworks fixieren. Ein Framework sollte immer an die jeweilige Situation angepasst werden. Unser Coach Sidi erklärt, warum:

Sidi
McKinsey Senior EM & BCG Consultant | Interviewer at McK & BCG for 7 years | Coached 270+ candidates secure MBB offers

You can (and should) get acquainted with all of these frameworks. But you should NOT use them as blueprints to structure your approach towards ANY given case! One big misconception that I unfortunately see with many candidates needs to be called out again and again:

Structure DOES NOT equal frameworks!

The different frameworks that you can find in pertinent case literature provide a very good basic toolbox in terms of which areas to look into for certain types of problems. However, they are very poor regarding HOW TO APPROACH a case and HOW TO DRAFT A ROADMAP for solving the case. This approach and roadmap need to be rooted in rigorous and specific logic. Unfortunately the "framework learning philosophy" brought forward by, e.g., Case in Point, is the very reason why an overwhelming majority of candidates will not get an offer.

By and large, most (or probably all) casebooks on the market are teaching a fundamentally flawed way how to think about business / strategy / organizational problems! A framework as such is worth nothing if it is not embedded into the specific context of the situation! This means, each element that you want to scrutinize ("building blocks" of the framework so to speak) needs to clearly relate back to the question that you want to address! This principle should form the basis of any structure.

This is why you ALWAYS start from the specific question that you want to answer! From there, you define the criterion or criteria that need to be met in order to answer this core question in one way or another.

In 95% of cases, value creation will be the central element. Ultimately, this is nothing else than profit generation over a specific time frame. You then draw a driver tree for profitability in order to isolate the numerical drivers for your solution. And then, only after you have drawn out the driver tree, you can map out the relevant qualitative "framework elements" to the subbranches. This approach, visualized by means of a rigorous driver tree, is much clearer than any framework you will find in any case book. And, contrary to such frameworks, which are hanging in the air and do not logically relate back to the specific question, this is a bullet proof approach when done rigorously.

The caveat is: this requires time and qualified coaching to internalize. But ultimately, this is how consultants think about problems - how can we optimize for value creation?
 

3. Wie Du Dein eigenes Framework in 4 Schritten entwickelst

Um in Case-Interviews auf spezielle Fragestellungen eingehen zu können, ist es wichtig, eigene Frameworks zu entwickeln. Unser Experte Benjamin hat dazu wertvolle Tipps: 

Benjamin
ex-Manager - Natural and challenging teacher - Taylor case solving, no framework

1. (almost) Never use a standard framework taken from the books. Strategy consulting is about helping clients facing unique issues with a tailored answer. Forcing your approach in a standard framework is unlikely to be relevant

2. Project yourself in your client's shoes and show empathy for its problems. By doing so it will be much easier for you to understand what are the key topics to cover to formulate a recommendation and make sure you don't forget anything. I always ask myself "what would I do if this was my business and my own problem? What do I need to know/understand to make a decision ?"

3. Make sure every topic you want to cover is relevant for the final recommendation. A simple check is to ask yourself "If I spend time on this specific topic, and get some answers to my questions (ex. market sizing, competition, etc.), will this bring useful element for the final recommendation given my client's problematics"? If the answer is no, then you should drop this sub-issue.

4. Practice a lot, with any daily case you can set up on your own. The above tips are taken from my own experience doing my best to build MECE structures, but keep in mind that it takes a lot of practice to achieve a satisfying performance here. I have developed an exercise called structuring drills, that focus your effort on learning to build a structure. This is usually very appreciated by candidates.

Case-Interview-Vorbereitung: 9 Tipps für eine erfolgreiche Case-Vorbereitung 

1. Lerne die Theorie

Indem Du diesen Artikel liest, hast Du bereits den ersten Schritt getan, um zu erfahren, worum es bei Case-Interviews geht. Gut gemacht! Du kannst nun noch einen Schritt weitergehen, indem Du die Theorie lernst, die Du zur Lösung der Cases benötigst. Allgemein solltest Du lernen wie Du:

In unserem BootCamp findest Du alle notwendigen Grundlagen. 

2. Entwickle schrittweise Deine Business-Intuition

Da Du einen guten Geschäftssinn haben musst, um Dein Case-Interview erfolgreich zu absolvieren, solltest Du vorher einige Zeit investieren, um Deine Business-Intuition Schritt für Schritt aufzubauen. Je früher Du damit anfängst, desto leichter wird es Dir fallen. Mache es Dir zur Gewohnheit regelmäßig Wirtschaftspublikationen und Zeitschriften zu lesen. Du kannst neue Veröffentlichungen von McKinsey, Bain und BCG lesen oder andere Quellen finden, die Dir zusagen. Versuche Dir ein grundlegendes Wissen über Wirtschaft, Strategie und Branchen anzueignen, wie zum Beispiel über den Einzelhandel, Fluggesellschaften, Telekommunikation, Banken, natürliche Ressourcen und Technik. 

3. Bring Deine Mathekenntnisse auf den neusten Stand

Bei allen Case-Interviews musst Du ohne Taschenrechner rechnen. Deshalb sollte das Auffrischen Deiner Kopfrechenkenntnisse ein fester Bestandteil Deines täglichen Vorbereitungsplans sein. Übe, bis Du Dich mit den Basiskenntnissen von Addition, Subtraktion, Division und Multiplikation und Wachstumsratenberechnungen im Kopf hundertprozentig wohlfühlst. Lies unseren Artikel über Fast Math und nutze unser Kopfrechen-Tool, um Deine Leistungsfähigkeit zu trainieren. Wenn Du in Deinem Case-Interview mit einer Matheaufgabe konfrontiert wirst, wird dies den Druck erheblich verringern.

Wenn Du die Abkürzungen für eine Vielzahl von Berechnungen kennst, kannst Du mathematische Probleme vereinfachen. Zerlege zum Beispiel komplexe mathematische Probleme in mehrere kleine Operationen:

97 x 53
= (100 - 3) x (50 + 3)
= 5000 + 300 - 150 - 9
= 5141

4. Übung macht den Meister

Wirf einen Blick in unsere umfangreiche Case-Sammlung, mit der Du Dich auf alle möglichen Case-Typen vorbereitet kannst. Unsere Case-Sammlung umfasst Cases, die in der Vergangenheit bereits in Case-Interviews genutzt wurden. Cases selbstständig zu lösen kann Dir ein erstes Gefühl dafür geben, was Dich im Case-Interview erwarten wird. Der einzige Weg Deine Fähigkeiten zu verbessern, um das Interview erfolgreich zu bestehen ist jedoch, Dich selbst in eine Case-Interview-Situation zu begeben. Finde Kandidaten, mit denen Du üben kannst und übe regelmäßig. Je mehr Feedback Du bekommen kannst, desto besser. Das wird Dir helfen Dich zu verbessern.

Auf PrepLounge erwartet Dich die weltgrößte Case-Interview-Community. Vereinbare oder akzeptiere ganz einfach ein Probe-Interview mit anderen Kandidaten auf Deiner Meeting-Börse. Und so funktioniert es: 

  1. Zeitplan: Nachdem Du und Dein Case-Partner das Probe-Interview auf der Meeting-Börse bestätigt habt, ist das Meeting gesetzt und wird auf Deinem Dashboard sichtbar.
  2. Kommunikation: Wir empfehlen Dir, Dich direkt mit Deinem Case-Partner in Verbindung zu setzen, um die Kommunikationsmethode und Case-Präferenzen während des Interviews abzusprechen (z.B. Skype). 
  3. Interview: Während des Back-to-Back-Meetings wechselst Du Dich mit Deinem Case-Partner ab, um sowohl die Rolle des Interviewers als auch die des Interviewten anzunehmen. Vernachlässige nicht den Teil der Session, in dem Du die Rolle des Interviewers spielst. So kannst Du lernen wichtige Punkte wahrzunehmen und Deine Vorgehensweise entsprechend anzupassen.
  4. Case: Es werden standardmäßig zufällig zwei PrepLounge-Cases ausgewählt. Du kannst sie jedoch auch austauschen und einen unserer über 180 Cases auswählen oder Deinen eigenen Case nutzen.
  5. Feedback: Dieser ist der wichtigste Teil Deines Probe-Interviews, da er Dir hilft, Deine Case-Leistung zu verbessern. Bitte gib Deinem Interview-Partner konstruktives Feedback, so wie auch Du es von Deinem Interview-Partner erwartest.

5. Hole Dir Unterstützung von Experten

Um Deine Case-Interview-Vorbereitung so effektiv wie möglich zu gestalten, empfehlen wir Dir außerdem in Coaching-Sessions mit erfahrenen Top-Consultants zu investieren. Unsere Erfahrung zeigt, dass sich diese Investition lohnt, da es Deine Chance ein Angebot für Deinen Traumjob zu bekommen, deutlich erhöht (um das Vierfache, um genau zu sein). Unsere Experten wissen ganz genau was Interviewer wollen und können mit Dir an jedem Aspekt Deiner Case-Performance arbeiten, egal ob es sich um die Struktur handelt, Deine persönliche Eignung, Dein Selbstbewusstsein oder Deine Kommunikation. Darüber hinaus können sie Dir wertvolle Networking-Tipps geben und Dir helfen ein Referral zu bekommen.

Wir bieten Dir eine transparente Auflistung aller Experten, inklusive ihrer Berufs- und Ausbildungslaufbahn, Top-Skills, individuellen Vorgehensweisen, Bewertungen und Empfehlungsraten. So kannst Du individuell den perfekten Experten für Deine Coachings auswählen. Außerdem kannst Du von CoachingPlus inklusive einer Premium-Mitgliedschaft und einem großzügigen Rabatt (gegenüber einzelner Coachings) profitieren.

6. Lerne und verfolge Deinen Fortschritt

Du kannst so viele Cases machen, wie Du möchtest. Wenn Du nicht aus ihnen lernst, wirst Du Deine Case-Performance nicht verbessern. Darum solltest Du folgendes tun: Am Ende jedes Cases, den Du absolvierst, ob auf eigene Faust, mit einem Case-Partner oder einem Experten, solltest Du in eigenen Worten aufschreiben, welche Fehler Du gemacht und was Du gelernt hast. Wiederhole den Case nach ein paar Tagen und wende das Gelernte an, um sicherzustellen, dass Du Fortschritte machst. Deinen Fortschritt zu verfolgen, motiviert Dich und stellt sicher, dass Du dieselben Fehler nicht wiederholst.

7. Vergiss nicht den Personal Fit 

Hier spielt es keine Rolle, wie gut Du den Case meisterst. Wenn Du persönlich nicht zum Unternehmen passt, wirst Du das Jobangebot nicht bekommen. Schlussendlich ist Consulting ein „people's business", das Teamwork und eine Menge Zeit mit Deinen Kollegen einschließt. Um den Teil des Interviews zu meistern, in dem es um die persönliche Eignung geht, ist es wichtig zu verstehen wonach ein Interviewer bei einem Bewerber sucht, um zu entscheiden, ob er/sie persönlich ins Unternehmen passt. Typischerweise hat der Interviewer drei primäre Fragen im Kopf.

Im nächsten Schritt solltest Du lernen, wie Du Deinem Gesprächspartner vermitteln kannst, dass Du dem entsprichst, wonach er sucht. Übe Deine Antworten zum Personal Fit mit anderen Kandidaten oder Experten:

8. Selbstvertrauen trainieren

Je mehr Du übst, desto sicherer wirst Du Dich fühlen. Sich selbstbewusst zu fühlen ist jedoch nicht dasselbe wie selbstbewusst zu wirken. Manchmal kannst Du unsicher wirken, ohne es zu merken. Das kann an kleinen Gewohnheiten im Kommunikationsstil liegen. Bitte daher Deinen PrepLounge Case-Partner oder Experten, Deine verbale und nonverbale Kommunikation zu berücksichtigen und Dir Feedback zu Deinem Selbstvertrauen oder Deiner Unsicherheit zu geben. Versuche Dich während des Übens auf folgende Aspekte zu fokussieren:

  1. Den Klang Deiner Stimme. Eine monotone Stimme oder zu schnelles Sprechen vermittelt einen unsicheren Eindruck und einen schlechten Kommunikationsstil. Um das zu vermeiden ist es hilfreich jeweils 30-60 Minuten am Tag Podcasts von großen Rednern anzuhören. Nach ein paar Tagen wirst Du anfangen in ähnlicher Weise zu sprechen, da Du ihren Kommunikationsstil übernimmst.
  2. Lächle. Ein Lächeln kann ein starkes Element sein, um zu zeigen, dass Du das Gespräch genießt und keine Angst hast. Du kannst ein Lächeln ebenso erzwingen (natürlich nicht zu viel), falls Du die Rückmeldung bekommst, dass Du zu ernst wirkst.
  3. Augenkontakt. Du musst dem Interviewer während des Gesprächs nicht kontinuierlich in die Augen schauen, aber Du solltest nicht wegschauen, wenn er/sie Dich etwas fragt.
  4. Fähigkeit das Eis zu brechen. Selbstbewusste Menschen haben keine Angst Smalltalk mit Interviewern zu führen. Schweigen schafft weniger Verbindung und kann als Zeichen von mangelndem Selbstvertrauen gewertet werden.
  5. Körperhaltung. Du solltest versuchen die meiste Zeit gerade auf Deinem Stuhl zu sitzen. Wenn Du Dich zu sehr in Richtung Deines Interviewers lehnst, kann dies als mangelndes Selbstvertrauen gewertet werden.

9. Lege Pausen ein

Insgesamt solltest Du Dich in einem Zeitraum von bis zu 6 Wochen weit über 50 Stunden vorbereiten und täglich üben. Das kann anstrengend werden und wir wissen, dass viele Kandidaten mit Motivations- und Konzentrationsmangel zu kämpfen haben, insbesondere nach einer intensiven Case-Vorbereitungszeit. Das liegt meist daran, dass sie vergessen haben regelmäßige Pausen in ihren Vorbereitungsplan einzubauen. Profi-Sportler zum Beispiel nehmen sich immer Zeit sich auszuruhen und gönnen ihren Muskeln Regeneration. So solltest Du auch mit Deinen Gehirnmuskeln verfahren. Eine gute Strategie ist das Entwickeln einer Abend- und Morgenroutine, die Dir Zeit gibt zu entspannen und Dein Energielevel für die Vorbereitungszeit während des Tages zu steigern. Hier sind einige Beispiele dafür, was Du tun kannst: 

  • 15-20 Minuten Bewegung am Abend oder am Morgen
  • Eine kalte Dusche am Morgen
  • Meditation oder Tagebuch schreiben
  • Definiere drei wichtige Dinge für den nächsten Tag und teile Dir die Zeit für alle Aktivitäten ein, wobei Du die wichtigsten zuerst erledigst
  • Kein Social Media eine Stunde nachdem Du aufgewacht bist und bevor du schlafen gehst
  • Schlafe ausreichend lang (mindestens 7 Stunden)
  • Mach Pausen zwischen jedem Case oder jeder intensiven Case-Übung und mache etwas ganz anderes (z.B. ein Workout, Videospiele spielen)

Wie man einen Case in 10 Schritten löst

Case-Interview Tipps

Schritt 1: Hör aktiv zu und mach Dir Notizen. Schreib jede Information auf, insbesondere numerische Daten. 

Schritt 2: Formuliere die Frage neu. Halt inne, stelle den Satz um und vergewissere Dich, dass Du die Problemstellung verstanden hast, indem Du Dir dies vom Interviewer bestätigen lässt.

Schritt 3: Kläre die Ziele und identifiziere das Problem. Stell gezielte Fragen und überprüfe die Ziele doppelt. Stell sicher, dass Du das Problem vollständig verstehst.

Schritt 4: Schreibe Deine Struktur auf. Bitte Deinen Interviewer nach etwas Zeit, um Deine Struktur vorzubereiten und um Deine Notizen zu organisieren. Identifiziere Deinen Case-Typ und verwende einen Strukturbaum, um Deine Struktur anzupassen. Die Verzweigungen Deines Strukturbaums sollten nach dem MECE-Prinzip gegliedert sein.

Schritt 5: Formuliere Deine Hypothese. Nachdem Du nun den Strukturbaum erstellt hast, ist es Deine Aufgabe jede Verzweigung zu testen, um zu prüfen, ob sie die Ursache des Problems ist. Wo soll man anfangen? Hier hilft eine Hypothese, die auf einer fundierten Vermutung basiert (z.B. " Da Sie erwähnt haben, dass die Umsätze mehr oder weniger stagnieren, ist meine Hypothese, dass das Problem hauptsächlich auf der Kostenseite des Unternehmens liegt. Wenn es für Sie in Ordnung ist, werde ich damit beginnen […]").

Schritt 6: Denke laut. Indem Du Deine Gedanken teilst, erlaubst Du dem Interviewer mit Dir zu interagieren. Verfeinere Deine Hypothese oder bau sie neu auf, während Du mehr herausfindest. 

Schritt 7: Sammle weitere Daten, um Deine Hypothese zu testen. Frag proaktiv nach relevanten Daten und segmentiere sie (nutze dafür z.B. die ABC-Analyse). Versuche zu beurteilen, ob die Trends unternehmensspezifisch oder branchenspezifisch sind.

Schritt 8: Greife tiefer und bleib dabei strukturiert. (MECE!) Während des gesamten Cases! Bezieh Dich immer auf die Struktur, die Du zu Beginn des Cases erstellt hast, aber sei flexibel, während sich der Case entwickelt. Wenn Du zu dem Entschluss kommst, dass Deine Hypothese falsch ist, schließe diese Verzweigung aus und geh zur nächsten. Fasse die Ergebnisse zusammen, wenn Du den Zweig wechselst. Wenn Dein Test Deine Hypothese bestätigt, geh tiefer in diesen Zweig hinein und analysiere die tieferen Ebenen, bis Du alle nachgewiesenen Ursachen identifiziert hast. 

Schritt 9: Wähle eine Empfehlung und nutze das Pyramiden-Prinzip, um Dein Fazit zu strukturieren. Bitte den Interviewer um etwas Zeit, um Deine Gedanken zu sammeln und dann Deine Empfehlung auszusprechen. Du musst nun eine einminütige, von oben nach unten, prägnante, strukturierte, klare und faktenbasierte Zusammenfassung Deiner Erkenntnisse liefern.

Schritt 10: Steh zu Deinem Fazit. Dein Interviewer wird Deine Empfehlung wahrscheinlich in Frage stellen entweder um zu sehen, ob Du mit Druck umgehen kannst oder um zu beurteilen, ob Du wirklich an das glaubst, was Du sagst.
 

Case-Interview-Geheimnisse: 13 abschließende Tipps für Dein tatsächliches Case-Interview 

1. Konzentrier Dich auf die jeweilige Aufgabe 

Denk nicht zu viel über die Vorgehensweise Deines Interviewers nach. Es sollte keine große Rolle spielen, ob das Gespräch vom Interviewer oder Kandidaten geführt ist. Wenn Du mit einem fundierten Verständnis dafür, wie man auch einen schwierigen Case behandelt in das Gespräch gehst, sollte das Format des Gesprächs kein Thema sein. Bewahre einen kühlen Kopf und strukturiere Deine Gedanken.

2. Stell die richtigen Fragen

Zu Beginn des Cases wird Dir Dein Interviewer die Situation des Kunden vorstellen. Stürze Dich nicht in die Analyse, ohne zuerst ein tieferes Verständnis für das Problem zu entwickeln. Stelle Deinem Interviewer Fragen, um den Case zu verstehen. Das wirst Du auch später im Gespräch mit dem Kunden machen. Vergewissere Dich, dass Du verstehst, was das Businessmodell und Dein Ziel in dem jeweiligen Case ist (sowohl in Bezug auf Geld als auch auf den Zeitplan). Wenn es weitere mögliche Einschränkungen gibt, bei denen Du Dir unsicher bist, frage Deinen Interviewer kurz und bündig. Wenn Du unnötige Fragen stellst, weckst Du Zweifel an Deiner Fähigkeit unter Druck effizient zu arbeiten.

3. Erkauf Dir Zeit mit Wiederholungen

Ein häufiger Trick, den Berater anwenden, ist die Wiederholung von Fakten oder übergeordneten Zielen. Damit zeigst Du ein grundlegendes Verständnis für den Case und strahlst eine Aura der Kontrolle aus, die allmählich auf eine Lösung zusteuert. Diese Technik kann Dir mehr Zeit zum Nachdenken geben. Indem Du Sachverhalte nochmal artikulierst, können Dir Punkte deutlich werden, sodass Du schneller zu einer Lösung gelangst.

4. Bilde nur bei ausreichend Informationen eine Hypothese

Stelle keine Hypothese zu Beginn auf, in einem Stadium, in dem Du möglicherweise noch keine vollständigen Informationen hast. Verschaffe Dir ein gutes Gefühl für das Umfeld des Cases und stelle sinnvolle Folgefragen. Erstelle erst dann eine Struktur und formuliere eine Hypothese.

5. Nutze Daten für Deine Analyse

Wilde Vermutungen sind ein Todesurteil für Dein Vorstellungsgespräch. Stelle sicher, dass Deine Behauptungen durch Fakten untermauert sind und bleibe ruhig, wenn Du neue Informationen bekommst. Die Berater werden genau beobachten, wie Du neue Daten nutzt und in Deine Hypothese einfließen lässt.

6. Mach Dir konkrete Notizen

Sich strukturierte Notizen zu machen, wird bei der Bearbeitung eines Cases oft unterschätzt. Wenn Du darauf achtest, dass Deine Notizen kohärent und klar sind, kannst Du Deine Gedanken leicht zuordnen und sicherstellen, dass Du während des Interviews nicht den Boden unter den Füßen verlierst.

  • Richte Dein Blatt horizontal aus, um den Platz zu maximieren, und notiere Dir die Schlüsselfrage des Cases auf der linken Seite des Blattes. Auf diese Weise verlierst Du nie das Ziel aus den Augen. Der verbleibende Teil ist dem Strukturbaum gewidmet, wobei Deine Hypothese oberhalb des Strukturbaumes stehen sollte.
  • Stelle sicher, dass Du wichtige Informationen hervorhebst, die Deine Hypothese untermauern. Wenn es um Berechnungen geht, verwende ein separates Blatt, aber übe auch dieses übersichtlich zu halten, falls Du Deine Annahmen oder Berechnungen noch einmal durchgehen musst. 
  • Versuche die Anzahl der Seiten, die Du verwendest auf maximal drei Blätter zu begrenzen. Andernfalls machst Du Dir selbst Stress, wenn Du etwas suchen musst. 

7. Struktur ist der Schlüssel

Der wichtigste Aspekt bei einem Case-Interview ist eine gute Struktur. Du kannst Deinen Case strukturieren, indem Du diese vier Schritte befolgst:

  • Erstelle als Grundlage für Deine Struktur einen Strukturbaum. Dies ist ein anpassbares Framework, das zur Analyse der grundlegenden Ursachen von Problemen in einem Case verwendet wird. Er hilft Dir ein komplexes Problem auf seine einzelnen Bestandteile herunterzubrechen.
  • Versichere Dich darüber, dass Dein Strukturbaum nach dem MECE-Prinzip strukturiert ist, um ineffiziente Abhängigkeiten zwischen den Verzweigungen zu vermeiden, da diese Deine Analyse verlangsamen können. MECE ist eine Methode zur Segmentierung von Informationen in Unterelemente, die sich gegenseitig ausschließen und gemeinsam vollständig sind. 
  • Setze Prioritäten und konzentriere Dich auf die Themen Deines Strukturbaums, die einen Mehrwert für Deinen Kunden schaffen. Stelle immer sicher, dass Du Deinem Interviewer die Gründe für Deine Entscheidungen erklärst. 
  • Verwende zur Strukturierung Deiner Schlussfolgerung das Pyramidenprinzip, eine dreistufige Struktur, um Deine Synthese effektiv und überzeugend zu präsentieren. Erstens: Gib eine Empfehlung ab (Was?). Zweitens: Gib drei Gründe an, die durch Daten gestützt werden (Warum?). Drittens: Gib Informationen zur Umsetzung der Empfehlung ab (Wie?).

8. Frameworks nicht erzwingen

Standard-Frameworks können eine Inspirationsquelle sein, sollten aber nie zwangsweise für einen Case verwendet werden. Sie sind sehr steif und lassen keinen Raum für Anpassungen. Wenn Du vordefinierte Frameworks verwendest, läufst Du Gefahr wichtige Elemente des spezifischen Problems, das Du zu lösen versuchst zu übersehen. Ein Consultant würde nicht einfach starre Frameworks auf das spezifische Problem seines/ihres Kunden anwenden, also solltest Du dies auch nicht in Deinem Case-Interview tun. Jeder Case ist einzigartig und erfordert ein individuell angepasstes Framework, das sowohl an MECE als auch an das zu lösende Problem, das Unternehmen und die Branche angepasst ist.

9. Keine Panik, wenn Du feststeckst

Wenn Du einmal feststeckst, flipp nicht aus – das kommt vor. Was zählt ist, wie Du mit der Situation umgehst. Das kannst Du tun:

  1. Atme einmal tief durch oder trinke einen Schluck Wasser, wenn ein Glas Wasser in Deiner Nähe ist. 
  2. Nimm Dir einen Moment Zeit, um das große Ganze zu erfassen, um zu rekapitulieren, was Du bisher gelernt hast und was Du noch herausfinden musst, um die vorliegende Hauptfrage zu beantworten.
  3. Stelle heraus, wie diese Unterfragen beantwortet werden können und welche Art von Daten oder Informationen Du dafür benötigst. 
  4. Überprüfe, ob Daten oder Informationen, die der Interviewer in einem früheren Stadium bereitgestellt hat, jetzt neue Relevanz erhalten.
  5. Denk laut und nimm den Interviewer in Deinem Denk-Prozess mit. Wenn Du Dich über einen offensichtlichen Widerspruch wunderst, besprich dies aktiv mit Deinem Gesprächspartner. Oft wartet ein Interviewer, bis Du Deine Verwirrung explizit verbalisierst, bevor er Dir Hinweise gibt.

10. Manchmal gibt es keine konkrete Antwort

Oft hat ein Case-Interview keine „korrekte” oder „Standard” Antwort. Der Case kann einschließen, dass Du Probleme erforschst und mehrere Pfade abläufst. Oft gibt es viele Lösungen für einen einzelnen Case, die möglicherweise von den Erwartungen des Interviewers abweichen. Am Ende zählt Dein Gedankengang und wie Du zu der Lösung gelangt bist. Es wird nicht erwartet, dass Du alles über das Unternehmen weißt. Vielmehr solltest Du über ein logisches Urteilsvermögen verfügen und eine gute Herangehensweise zur Lösung von Problemen zeigen. 

Nichtsdestotrotz solltest Du am Ende des Gesprächs immer eine klare Empfehlung abgeben, wenn der Interviewer nach Deiner Schlussfolgerung fragt. Der Trick besteht darin, unterstützende Argumente zu verwenden, die auf dem basieren, was Du während der Analyse gelernt hast. Du solltest auf Einschränkungen hinweisen und auch zusätzliche Bereiche hervorheben, die erforscht werden müssen. Damit bestätigst Du, dass Dein aktuelles Verständnis das Richtige ist.

11. Bezieh den Interviewer ein

Das Interview sollte ein Dialog sein. Stelle also sicher, dass Du Deinen Gesprächspartner einbeziehst und nicht nur Dein geschäftliches Urteilsvermögen unter Beweis stellst, sondern auch Deine Kommunikations- und Sozialkompetenz. Das gibt einen ersten Einblick, wie Du mit zukünftigen KundInnen und KollegInnen interagieren könntest. Wie kannst Du das machen?

  • Erklären. Teile Deinen Denkprozess mit dem Interviewer und lasse ihn zu jeder Zeit wissen, welche Deine nächsten Schritte sind. 
  • Zuhören. Während Deines Case-Interviews wird Dir der Interviewer normalerweise Hinweise geben und versuchen Dich in die richtige Richtung zu lenken. Beachte das! Wenn der Interviewer eine spezifische Frage stellt, zum Beispiel „Nennen Sie drei Punkte zu…”, und Du antwortest in zwei oder fünf Punkten, heißt das, dass Du nicht aufgepasst hast.
  • Fragen stellen. Kreiere eine Diskussion, initiiere Smalltalk und nutze Deine Chance, eine positive Verbindung mit dem Gesprächspartner aufzubauen, besonders am Ende jedes Gesprächs, wenn Du die Möglichkeit hast letzte Fragen zu stellen. Versuche einen gemeinsamen Punkt zu finden und versuche damit Dich hervorzuheben. Hier ist eine Liste der besten Fragen, die man am Ende eines Interviews fragen kann.

12. Sei selbstbewusst 

Du musst nicht unbedingt extrovertiert sein, um ein Top-Managementberater zu werden, aber Du musst selbstbewusst sein. Consulting ist ein Job mit Menschen, ebenso wie es ein analytischer Job ist. Es ist wichtig, dass der Kunde das Gefühl hat, dass Du weißt, was Du tust. Das ist also etwas, was der Interviewer berücksichtigen wird. Hier sind fünf Dinge, die Du tun kannst, um im Interview selbstbewusster zu wirken: 

  • Versuche das Interview zu genießen, indem Du Dich auf die Herausforderung konzentrierst, auf die Befriedigung, die es Dir bringt, wenn Du den Case löst und auf die Freude Deine Lebenserfahrungen mit jemand anderem zu teilen. Wenn Du Spaß hast, sind die Chancen groß, dass auch der Interviewer Spaß hat.
  • Finde Deinen eigenen Stil und versuche nicht jemand zu sein, der Du nicht bist. Es ist okay, wenn Du nicht der kontaktfreudigste Mensch bist. Sei nur Du selbst!
  • Sitz gerade, aber nicht zu steif. Drücke Deinen Rücken gegen die Rückenlehne Deines Stuhls und sitze nicht nur am Rand Deines Stuhls. 
  • Stelle Augenkontakt her, aber starre nicht.
  • Sprich mit klarer, ruhiger Stimme. Murmele oder flüstere nicht, schreie jedoch auch nicht. Denke, bevor Du redest!

13. Plane im Zweifelsfall um

Wenn Du Dich zu unsicher und schlecht vorbereitet fühlst, zögere nicht den Termin zu verschieben. Wenn Du so vorgehst, solltest Du einige Dinge beachten. Schlage unbedingt einen Ausweichtermin vor und vermeide eine mehrmalige Terminverschiebung. Die Firma wird Dir dankbar sein, wenn Du eine Alternative vorschlägst. Versuche transparent zu erklären, warum Du den Termin verschieben möchtest, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Eine Terminverschiebung sollte jedoch nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

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