Unternehmenscase von Oliver Wyman

Oliver Wyman Case: Einrichtung eines Weinkellers

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Oliver Wyman Case: Einrichtung eines Weinkellers Ich denke darüber nach, in meinem Keller einen Weinkeller ein-zurichten. So wie ich das sehe, würde man die Regalfläche in zwei Bereiche aufteilen: (1) einen "Trink"-Bereich, in dem ich Flaschen für den Eigenverbrauch lagere, und (2) einen "Investitions"-Bereich, in dem ich Flaschen lagere, die ich mit Gewinn verkaufen möchte, nachdem sie in einigen Jahren an Wert gewonnen haben. Meine Idee ist es, mit dem "Investitions"-Bereich des Kellers genug Geld zu verdienen, um das, was ich im "Trink"-Bereich verbrauche, mit der Zeit zu finanzieren. Natürlich bin ich durch mehrere Dinge ein-geschränkt: die Menge an Geld, die ich ausgeben kann, die Menge an Wein, die ich trinken kann (oder will), den verfügbaren Platz im Keller und so weiter.
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Problemdefinition

Ich denke darüber nach, in meinem Keller einen Weinkeller ein-zurichten. So wie ich das sehe, würde man die Regalfläche in zwei Bereiche aufteilen: (1) einen "Trink"-Bereich, in dem ich Flaschen für den Eigenverbrauch lagere, und (2) einen "Investitions"-Bereich, in dem ich Flaschen lagere, die ich mit Gewinn verkaufen möchte, nachdem sie in einigen Jahren an Wert gewonnen haben. Meine Idee ist es, mit dem "Investitions"-Bereich des Kellers genug Geld zu verdienen, um das, was ich im "Trink"-Bereich verbrauche, mit der Zeit zu finanzieren.

Natürlich bin ich durch mehrere Dinge ein-geschränkt: die Menge an Geld, die ich ausgeben kann, die Menge an Wein, die ich trinken kann (oder will), den verfügbaren Platz im Keller und so weiter.


Kommentare

Dieser Case wird dem Kandidaten von einem Interviewer präsentiert, der in die Rolle einer Person schlüpft, die in ihrem Keller einen Weinkeller einrichten möchte.


Kurzlösung (Ausklappen)


Detaillierte Lösung

Grün hervorgehobene Paragraphen deuten auf Diagramme/Tabellen hin, die mit dem Interviewten geteilt werden können. Du findest sie unter „Case-Exhibits“.

Blau hervorgehobene Passagen kennzeichnen Informationen, die dem Interviewten verbal mitgeteilt werden können.

Orange hervorgehobene Paragraphen kennzeichnen Hinweise, die Dir helfen, den Interviewten durch den Case zu führen.

Der Interviewte sollte eine Überschlagsrechnung durchführen, bei der zwei Schlüsselfragen beantwortet werden:

  • (1) Wie groß wird mein Keller im Laufe der Zeit sein? (in Anzahl Flaschen)
  • (2) Welche Wirtschaftlichkeit hat der Keller im Laufe der Zeit in Bezug auf das verdiente und ausgegebene Geld?

I. Hintergrund

Aufwärmfragen: Was müssen Sie von mir wissen, um diese beiden Fragen beantworten zu können?

Zu diesem Zeitpunkt sollte der Interviewte die richtigen Fragen stellen, um alle Informationen zu erhalten, die zur Beantwortung der ersten Fragen erforderlich sind.

1. Was kostet der Wein?

Antwort des Interviewers: 30 Dollar pro Flasche zum Trinken, 100 Dollar pro Flasche zum Investieren


2. Wie viel bin ich bereit / in der Lage auszugeben?

Antwort: Zum Projektstart $1,500 (Trinken) / $12,000 (Investieren), danach $300 / $600 pro Monat


3. Was ist mein Eigenverbrauch?

Antwort: 2 Flaschen pro Woche zum Trinken, plus 2 pro Monat zum Verschenken


4. Wie wird der Investitionswein geschätzt?

Antwort: 20% p.a.


5. Wie / wann verkaufe ich den Investitionswein?

Antwort: Immer nach genau 5 Jahren, keine Kosten für den Verkauf, immer ein Käufer, keine Rabatte


6. Gibt es Kosten für den Bau/die Instandhaltung des Kellers?

Antwort: $200 pro Monat (optional)

II. Analyse

Kernfrage 1: Wie groß wird mein Keller im Laufe der Zeit sein? (in Anzahl Flaschen)

Um diese Frage zu beantworten, sollte der Interviewte zunächst ein Diagramm über die Anzahl der Flaschen im Keller im Laufe der Zeit erstellen. Wichtiger Hinweis: Die folgenden Diagramme basieren auf der Annahme, dass die ursprünglich gekauften Flaschen so alt sind wie die im ersten Jahr gekauften Flaschen.

Die Grafik sollte in etwa so aussehen wie oben dargestellt. Der Interviewte sollte die Dinge einfach halten (Berechnung und Darstellung in Jahren) und eine vernünftige Annahme darüber treffen, wie viele Jahre dargestellt werden müssen, um die Dynamik aufzuzeigen. Wie der Interviewte die jährliche Buchhaltung macht (zählt der Projektstart als Jahr "0" oder Jahr 1 usw.), sollte keine Rolle spielen... Es ist die richtige Form, die zählt. Viele Interviewte versuchen bereits jetzt, die "Einnahmen"-Zahlen (z.B. die Aufwertung von Investitionswein) zu nutzen — obwohl es zurzeit offensichtlich noch nicht relevant ist.

Teile Diagramm 1 mit dem Befragten, nachdem er dieses exakt beschrieben hat.

Berechnung und Schlussfolgerung

Der Anfangsbestand sollte bei 170 Flaschen liegen: 1500/30=50 aus dem Trinkkeller, und 12000/100=120 aus dem Investitionskeller.

Der monatliche Verbrauch von 10 Flaschen im Trinkkeller (hier sollte der Befragte die vernünftige vereinfachende Annahme treffen, dass z. B. ein Monat ca. 4 Wochen hat) entspricht meinen Einkäufen für diesen Keller (300/30=10). Der Trinkkeller ist also ein stationärer Keller mit 50 Flaschen. Aufgrund der Anlagestrategie verkaufe ich in den ersten fünf Jahren nichts aus dem Investitionskeller und erwerbe pro Jahr Wein in Höhe von (600/100=6*12=72) Flaschen.

Am Ende des ersten Jahres sollte ich also 120+72=192 Flaschen in der Investitionsabteilung haben oder 242 Flaschen im gesamten Keller. Nach 5 Jahren (in meiner Zeitrechnung) verkaufe ich den Anfangsbestand von 192 Flaschen und der Lagerbestand sinkt deutlich. In den folgenden Jahren kaufe ich immer die gleiche Menge Investitionswein ein, wie ich verkaufe (72 Flaschen pro Jahr) und deshalb habe ich in den Jahren 6+ immer genau 5*72=360 Flaschen Investitionswein in meinem Keller: die 72 Flaschen aus jedem der letzten fünf "Weinjahrgänge", die ich gekauft habe. Das ergibt einen langfristigen, stabilen Keller von 360+50=410 Flaschen.

Kernfrage 2: Welche Wirtschaftlichkeit hat der Keller im Laufe der Zeit in Bezug auf das verdiente und ausgegebene Geld?

Betrachten wir nun die Wirtschaftlichkeit im Laufe der Jahre. Stellen wir die kumulative Rendite (Gesamteinnahmen minus Gesamtkosten) über mindestens 10 Jahre dar.

Hier sollte der Interviewte etwas Ähnliches wie das Folgende präsentieren. Auch hier sind die Einzelheiten der Zeitabrechnung ("Haben Sie zu Beginn oder am Ende des Jahres verkauft?") nicht wichtig.

Diagram 2

Teile Diagramm 2 mit dem Befragten, nachdem er dieses exakt beschrieben hat.

Berechnung und Schlussfolgerung

Sie haben den Anfangspreis von 13.500 Dollar und dann ausschließlich Kosten für die ersten 5 Jahre. Nach 5 Jahren verkaufen Sie den Anfangsbestand von 120 Investitionsflaschen und erhalten einen großen Umsatzschub von 120*$250=$30.000.

Der Interviewte sollte in der Lage sein, die Tatsache zu schätzen, dass $100*(1 + 20%)^5 etwa $250 sind. Ohne Aufzinsung sind es offensichtlich genau $200, weshalb die Antwort "etwas mehr als $200" gut ist. Viele Leute antworten genau $200 und sagen dann "weniger", wenn sie gefragt werden, ob es mehr oder weniger als $200 ist, was eindeutig wahnsinnig ist.

Darüber hinaus fallen in den ersten 5 Jahren natürlich auch noch Kosten in Höhe von 12*300$ für den Trinkwein, 12*600$ für den Investitionswein und 12*200$ für die Instandhaltung des Kellers an, also 12*1100=13.200$ pro Jahr.

Ab dem 6. Jahr bleiben die oben genannten Kosten weiterhin bestehen, zusätzlich zu den Einnahmen von 72*$250=18.000$ aus dem Verkauf von 72 Flaschen. Das ergibt in diesen Jahren einen "Nettoertrag" von 4.800 $, was der Steigung der obigen Kurve in den Jahren 6+ entspricht. Der Break-Even wird nach ca. 15 Jahren erreicht und erst dann amortisiert sich der Keller und erzielt sogar eine geringe Rendite.

III. Abschließende Beobachtungen

Es dauert also etwa 15 Jahre, um die Gewinnschwelle zu erreichen und die anfänglichen Investitionen zu amortisieren. Dennoch haben wir offensichtlich viele vereinfachende Annahmen getroffen und einige rosige Szenarien skizziert:

  • (1) der Investitionswein steigt immer um 20% p.a. an,
  • (2) Sie können kumulative Ausgaben in Höhe von $80.000 aus eigener Tasche finanzieren
  • (3) Sie können immer einen Käufer für Ihren Wein finden, usw.

Sind die 20 % p.a. eine glaubwürdige Rendite für einen investitionswürdigen Wein? Warum oder warum nicht? Wie verhält es sich im Verhältnis zu anderen Ihnen bekannten Renditen?

Nun ja, es ist zwar extrem aggressiv, aber nicht völlig unwahrscheinlich. Es ist sicherlich keine dauerhafte Rendite!

Der Interviewer sucht hier keine bestimmte Antwort, aber der Kandidat sollte eine schlüssige Meinung dazu abgeben. Zur Beantwortung der Frage, warum oder warum nicht, sollte der Kandidat darauf vorbereitet sein, einige Referenzrenditen aus eigener Erfahrung (NYSE, Immobilien, Termineinlagen usw.) nennen zu können.

Schwierige Fragen

Was würde passieren, wenn ich für dieses Vorhaben eine externe Finanzierung (z.B. einen Bankkredit) erhalten müsste? Was würde mich ein ungesicherter Privatkredit kosten und wie würde sich das auf die Wirtschaftlichkeit des Kellers auswirken?

Wie würden Sie den Zeitwert des Geldes oder andere Opportunitätskosten einbeziehen?

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