Private Banking fokussiert sich auf die individuelle Betreuung von High- und Ultra-High-Net-Worth Individuals.
Die Karriere verbindet Beziehungsmanagement mit fundiertem Marktverständnis und dem Aufbau eines eigenen Kund:innenportfolios.
Attraktive Vergütung und gute Work-Life-Balance stehen höherem Leistungsdruck und begrenzteren Exit-Optionen gegenüber.
Überlegst du, im Private Banking zu arbeiten? In diesem Bereich geht es vor allem darum, wohlhabende Kund:innen langfristig zu betreuen und vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. Du solltest zwar ein gutes Grundverständnis für den Markt mitbringen, entscheidend für den Erfolg ist jedoch, dass du dir nach und nach einen eigenen Kund:innenstamm aufbaust und diesen dauerhaft begleitest.
In diesem Artikel erfährst du, was Private Banking genau bedeutet, welche Leistungen Private Banken anbieten und welche großen Banken eigene Private-Banking-Bereiche haben. Außerdem zeigen wir dir die wichtigsten Vor- und Nachteile dieses Karrierewegs, wie der Einstieg gelingt und welche Entwicklungen das Private Banking in Zukunft prägen.
Private Banking bezeichnet Bankdienstleistungen, die sich an sehr vermögende Privatpersonen und deren Familien richten. Dazu zählen sogenannte High-Net-Worth Individuals (HNWIs) – also Personen mit hohem frei investierbarem Vermögen – sowie Ultra-High-Net-Worth Individuals (UHNWIs), deren Vermögen deutlich darüber liegt. Je nach Bank liegt die Einstiegsschwelle meist zwischen 1 und 5 Millionen US-Dollar an investierbarem Vermögen.
Kund:innen im Private Banking erhalten keine standardisierten Produkte, sondern eine persönliche und umfassende Vermögensbetreuung. Dazu gehören unter anderem Anlageberatung, Finanz- und Nachfolgeplanung sowie spezielle Bank- und Finanzierungslösungen. Für diese individuelle Betreuung fällt in der Regel eine laufende Managementgebühr an.
Jede Kundin und jeder Kunde hat eine feste Ansprechperson – meist eine:n Private Banker:in oder Relationship Manager:in. Diese Person koordiniert alle finanziellen Themen und arbeitet bei Bedarf mit Spezialist:innen zusammen, etwa aus den Bereichen Investments, Immobilienfinanzierung oder Steuern, um maßgeschneiderte Lösungen für komplexe finanzielle Fragestellungen zu entwickeln.
Welche Dienstleistungen bieten Private Banken an?
Die maßgeschneiderten Lösungen und Services im Private Banking gehen weit über klassisches Banking hinaus. Dazu gehören:
Private-Banking-Services: Individuelle Bankdienstleistungen für private und geschäftliche Anliegen, zum Beispiel persönliche Konten, Zahlungsverkehr sowie Online- und Mobile-Banking mit erweitertem Service.
Kredit- und Finanzierungslösungen (Lending): Zugang zu maßgeschneiderten Krediten, etwa Immobilienfinanzierungen, flexible Kreditlinien oder größere Darlehen, die auf die finanzielle Situation der Kund:innen abgestimmt sind.
Vermögensplanung und Beratung (Wealth Planning): Finanzplanung mit dem Ziel, Vermögen langfristig zu erhalten und vermehren. Dazu gehören u.a. Altersvorsorge, Steuerplanung, die Strukturierung von Privatvermögen oder Familienunternehmen sowie die Weitergabe von Vermögen an die nächste Generation.
Portfoliomanagement: Aufbau und Betreuung eines individuellen Anlageportfolios. Kund:innen können ihre Geldanlage selbst steuern oder die Verwaltung vollständig der Bank überlassen. Dazu zählen auch nachhaltige Geldanlagen, die Verwahrung von Wertpapieren und eine professionelle Anlagestrategie aus einer Hand.
Investmentlösungen: Zugang zu unterschiedlichen Anlageformen wie Aktien, Anleihen, alternative Investments sowie Investments in Fremdwährungen, Rohstoffe oder Zinsprodukte.
Philanthropie: Unterstützung bei der Planung und Umsetzung gemeinnütziger Projekte, etwa beim Aufbau von Stiftungen oder bei langfristigem gesellschaftlichem Engagement.
Welche Unternehmen bieten Private Banking an?
Wenn du dich fragst, welche Banken solche Dienstleistungen anbieten, wirst du vermutlich einige Namen bereits kennen. Viele große globale Finanzeinrichtungen haben eigene Private-Banking-Bereiche, darunter UBS, J.P. Morgan, Citi, Bank of America, HSBC, Morgan Stanley und Goldman Sachs. Hier findest du einen kurzen Überblick über diese Anbieter.
UBS
UBS ist eine der führenden Schweizer Investmentbanken und zählt weltweit zu den größten Vermögensverwaltern. Das Institut betreut so viel Privatvermögen wie kaum eine andere Bank und hat einen besonders hohen Anteil der globalen Milliardär:innen als Kund:innen. Der Private-Banking-Bereich von UBS bietet zahlreiche Finanzdienstleistungen an, mit einem Fokus auf Vermögensberatung und -verwaltung.
Die Euromoney Private Banking Survey 2021 bestätigte diese Stärke und zeichnete UBS als weltweite Nummer eins in der Kategorie „Best Private Banking Services Overall“ aus.
J.P. Morgan Private Bank
Die J.P. Morgan Private Bank gehört zu JPMorgan Chase, der nach Gesamtvermögen fünftgrößten Bank der Welt. Private-Banking-Kund:innen erhalten ein individuell zusammengestelltes Team aus Finanzexpert:innen, das zu ihren Zielen passt, zum Beispiel Vermögen aufbauen, erhalten oder übertragen. Das Leistungsangebot umfasst Banking, Investing, Lending und umfassende Wealth-Planning-Services.
Citi Private Bank
Alle Aktivitäten der Citi Private Bank sind in der Division Citi Global Wealth gebündelt. Sie gehört zu den Privat Banken mit einer besonders hohen Einstiegsschwelle: Kund:innen benötigen in der Regel mindestens 10 Millionen US-Dollar an investierbarem Vermögen.
Für Studierende und Berufseinsteiger:innen gibt es mehrere Wege in die Private-Banking-Einheit von Citi: über ein 10–12-wöchiges Summer Analyst Program, ein 6–12-monatiges Placement Analyst Program oder ein Full-Time Analyst Program für Bachelor-Absolvent:innen im letzten Jahr oder Masterstudierende. Zu den typischen Aufgaben zählen Datenanalysen, das Erstellen von Finanzmodellen und die Unterstützung bei Kund:innenpräsentationen.
Bank of America Private Bank
Bank of America ist ein weiteres US-amerikanisches Finanzunternehmen mit einem großen Private-Banking-Geschäft. Die Bank ist besonders stark in Nordamerika vertreten, hat aber auch eine bedeutende Präsenz in anderen wichtigen Finanzzentren. Zum Leistungsangebot im Private Banking gehören Investment Management, Finanz- und Nachfolgeplanung, Philanthropie, Art Services, Trust- und Treuhandlösungen sowie Kreditangebote.
Die Teams innerhalb der Private Bank umfassen unter anderem Investment Management, Relationship Management und Wealth Structuring. Summer Analysts rotieren in der Regel zwischen diesen Bereichen.
HSBC Private Bank
HSBC Holdings ist eine globale Bank mit historischen Wurzeln in Asien und heutigem Hauptsitz in London. Der Private-Banking-Bereich zählt weltweit zu den größten, besonders stark ist HSBC in Asien. Zu den Kund:innen, die die HSBC Private Bank anzieht und betreut, gehören Unternehmer:innen, private Investor:innen, Familienunternehmen und UHNW-Kund:innen.
Morgan Stanley
Viele kennen Morgan Stanley vor allem für sein Investmentbanking, doch das Unternehmen verfügt auch über einen eigenen Private-Banking-Bereich. Das Leistungsangebot umfasst Cash Management, wertpapierbesicherte Kredite, Hypotheken, Investment Management, Unterstützung für Family Offices und umfassendes Wealth Management. Voraussetzung für den Zugang zu diesen Private-Banking-Services sind in der Regel mindestens 5 Millionen US-Dollar an investierbarem Vermögen.
Goldman Sachs
Goldman Sachs verfügt über einen eigenen Private-Banking-Bereich für High-Net-Worth Individuals (HNWIs) und Ultra-High-Net-Worth Individuals (UHNWIs), der sich auf drei Kernbereiche konzentriert: Wealth Planning, Investment Advice und Private-Banking-Services wie Cash Management und strategische Kreditlösungen. In der Regel liegt die Mindestanforderung für das investierbare Vermögen bei etwa 10 Millionen US-Dollar, wodurch sich das Angebot vor allem an wohlhabende Privatpersonen, Familien und Institutionen richtet.
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Vorteile und Herausforderungen einer Karriere im Private Banking
Wenn dir der Bereich Private Banking bisher gefällt, inklusive der potenziellen Arbeitgeber, lohnt sich jetzt ein Blick auf die wichtigsten Vorteile und Herausforderungen dieses Karrierewegs:
Vorteile
Herausforderungen
Attraktive Grundgehälter und hohe leistungsabhängige Boni
Hoher Druck, vermögende Kund:innen zu gewinnen, zu halten und neue Kundengeschäfte aufzubauen
Exklusive Networking-Möglichkeiten mit Ultra-High-Net-Worth Individuals, einflussreichen Geschäftsführern und Branchenexpert:innen
Begrenzte Exit-Optionen, besonders auf mittleren Karrierestufen
Bessere Arbeitszeiten und Work-Life-Balance im Vergleich zu Investmentbanker:innen und Börsenmakler:innen
Hohe Kund:innenerwartungen
Ausbildung und Qualifikationen - So startest du eine Karriere im Private Banking
Wenn du eine Karriere im Private Banking anstrebst, gibt es mehrere Wege für den Einstieg. Wenn du noch im Bachelor oder Master bist, lohnt sich ein Blick auf die Student- und Graduate-Programme deiner Zielunternehmen. Viele Banken bieten Summer Analyst Programme im Private Banking an, in denen du die verschiedenen Teams und Aufgabenbereiche kennenlernst. Für Studierende im letzten Jahr gibt es außerdem Full-Time Graduate Analyst Programme. Einige Banken wie Citi bieten zusätzlich Placement Analyst Programme an, die sechs bis zwölf Monate dauern.
Neben diesen Angeboten für Studierende und Berufseinsteiger:innen gibt es auch Einstiegsmöglichkeiten für erfahrene Fachkräfte mit Finance-Hintergrund. Sie können zum Beispiel als Relationship Manager, Investment Strategist oder Wealth Adviser in das Private Banking wechseln. Für solche Positionen sind meist einige Jahre Erfahrung in Bereichen wie Economics, Investment Advisory oder Front-Office-Rollen in Finanzunternehmen erforderlich.
Die meisten Privaten Banken verlangen für Student- oder Professional-Rollen keinen fest definierten Studiengang. Ein Hintergrund in Finance oder verwandten Bereichen kann jedoch von Vorteil sein. Wichtiger ist, dass du ein starkes Interesse an Finanzmärkten, Banking und Wealth Management mitbringst. Ergänzend dazu spielen Soft Skills wie analytisches Denken, Kommunikationsstärke, gute zwischenmenschliche Fähigkeiten und Empathie eine große Rolle.
Zukünftige Trends im Private Banking
Die wichtigsten Zukunftstrends im Private Banking werden durch Technologie, veränderte Kundendemografie und neue gesellschaftliche Werte geprägt. Einer der spannendsten Entwicklungen ist die digitale Transformation. Technologie wird dabei sowohl im Back Office als auch im direkten Kund:innenerlebnis eingesetzt. Künstliche Intelligenz und Machine Learning werden künftig noch stärker genutzt, etwa für präzisere Predictive Analytics, personalisierte Anlageempfehlungen, bessere Betrugserkennung und die Automatisierung von Routineaufgaben wie Compliance-Prüfungen.
Ein weiterer zentraler Trend ist der Aufstieg von ESG- und Impact-Investing, vor allem bei jüngeren HNWI-Kund:innen. Sie erwarten, dass ihr Vermögen mit ihren persönlichen Werten und gesellschaftlichen Zielen übereinstimmt. Oft wünschen sie Investments, die neben finanziellen Erträgen auch einen messbaren sozialen oder ökologischen Nutzen erzeugen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Private Banken, transparente und detaillierte Berichte über die nichtfinanziellen Auswirkungen dieser Anlagen vorzulegen, um Greenwashing-Vorwürfen vorzubeugen.
Auch die Grenzen zwischen privater und institutioneller Geldanlage verschwimmen zunehmend. Immer mehr vermögende Privatkund:innen investieren in alternative Anlageklassen wie Private Equity, Private Debt oder Immobilien. Banken setzen dabei verstärkt auf Technologie, um den Zugang zu solchen Investments zu erleichtern.
Fazit
Private Banking ist der Bereich des Bankwesens, der High-Net-Worth Individuals, Ultra-High-Net-Worth Kund:innen und Familienunternehmen maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen anbietet. Dazu gehören Online- und Mobile-Banking, Kreditlösungen, Wealth Planning, Portfoliomanagement, Investmentstrategien, Art Services und Philanthropie-Beratung.
Zu den Banken mit besonders starken Private-Banking-Einheiten zählen UBS, J.P. Morgan, Citi, Bank of America, HSBC, Morgan Stanley und Goldman Sachs. Wer dort ein Angebot für eine Rolle im Private Banking erhält, kann mit attraktiver Vergütung, starken Networking-Möglichkeiten und besseren Arbeitszeiten als in Bereichen wie dem Investment Banking rechnen. Gleichzeitig bringt die Arbeit im Private Banking Herausforderungen mit sich, etwa hohen Leistungsdruck, Stress beim Aufbau eines eigenen Kund:innenstamms und begrenzte Exit-Optionen.
Der Einstieg ist über Summer Analyst Programme oder Graduate Programme auch ohne Berufserfahrung möglich. Wer erfolgreich ist, wird sich künftig vor allem mit drei großen Trends auseinandersetzen: der digitalen Transformation, ESG- und Impact-Investing sowie dem erleichterten Zugang zu Privat-Märkte für Privatkund:innen.
Meistgestellte Fragen rund ums Private Banking
Private Banking bezeichnet Bankdienstleistungen, die speziell auf High-Net-Worth Individuals (HNWIs), Ultra-High-Net-Worth Individuals (UHNWIs) und deren Familien zugeschnitten sind. Kund:innen erhalten eine persönliche Vermögensverwaltung, exklusive Finanzdienstleistungen und eine individuelle Betreuung durch feste Ansprechpartner:innen.
Private Banking geht weit über klassisches Banking hinaus. Zum Leistungsangebot zählen unter anderem Anlageberatung, Portfoliomanagement, Kredit- und Finanzierungslösungen, Wealth Planning, Nachfolge- und Steuerplanung, alternative Investments sowie Dienstleistungen rund um Philanthropie und Vermögensstrukturierung.
Der Einstieg ins Private Banking erfolgt häufig über Summer Analyst Programme oder Graduate Programme großer Banken. Alternativ ist ein Wechsel aus anderen Finance-Bereichen wie Asset Management, Investment Advisory oder Investment Banking möglich, insbesondere mit ausgeprägten analytischen und kommunikativen Fähigkeiten.
Private Banking eignet sich besonders für Personen, die langfristige Kundenbeziehungen aufbauen möchten und Interesse an Vermögensverwaltung haben. Der Karriereweg bietet attraktive Vergütung, gute Work-Life-Balance und exklusive Kund:innenkontakte, ist jedoch mit hohem Leistungsdruck und begrenzteren Exit-Optionen verbunden.