Interview mit Christine Wolter, Partnerin @ Deloitte | PrepLounge.com

Interview
Karriere
07.11.2022
Lesedauer: 5 Minuten

Hallo mein Name ist Christine und ich bin Partnerin im Bereich Tax.
Ich möchte dir gerne erzählen, welche Herausforderungen es mit sich bringt, Kinder mit einem anspruchsvollen Job zu vereinbaren, welche Unterstützung Deloitte dabei bietet und welche Tipps ich für junge Bewerber:innen habe.

 

 

Umgangston, Umgangsformen, Flexibilität, Verständnis für Beruf und Familie
Wir arbeiten in einem sehr intensiven beruflichen Umfeld. Um hier tagtäglich bestehen zu können, müssen wir sehr robust sein. Einige meiner Kolleg:innen und Mandanten leben auch heute noch in recht klassischen Rollenbildern. Da mag es manchmal ungewohnt erscheinen, dass es Frauen gibt, die Familie und Beruf kombinieren. Ich bin während meiner Laufbahn auf sehr viel Unterstützung, gelegentlich aber auch auf Gegenwind gestoßen. Auch heute werde ich, wenn auch nicht im Negativen, gefragt, ob ich als Mutter denn überhaupt Vollzeit arbeite.

 

Ansprache und Motivation für junge Bewerber:innen, bei uns einzusteigen
Wir bieten Deloitte-weit ein Mentoring-Konzept an, welches ich sehr gut finde. Dieses schafft die Bindung an Deloitte und die anderen Kolleg:innen. In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, von Anfang an den Zusammenhalt der „Deloitte-Familie“ zu stärken und junge Berufseinsteiger:innen durch hilfreiche Mentor:innen zu unterstützen und ihnen ein Vorbild zu sein.

 

Vereinbarkeit von Beruf und Familie
Gerade in den letzten Jahren hat sich Deloitte im Vergleich zu den Wettbewerbern nach meiner Einschätzung sehr intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt. Ich empfinde es als besonders wichtig, dass sich auch die Partner für dieses Thema engagieren und damit einen echten Kulturwandel vorantreiben.

 

Wie wichtig Flexibilität für mich ist
Flexibilität ist die entscheidende Grundlage für erfolgreiche und reibungslose Zusammenarbeit. Dies ist ein beidseitiges Konzept, bei dem wir als Unternehmen Flexibilität für alle Kolleg:innen schaffen, umgekehrt diese aber auch bereit sein sollten, selbst flexibel zu sein. Das heißt, wenn wir es ermöglichen, von Zuhause zu arbeiten und die Kinder-/Familienbetreuung in den beruflichen Alltag zu integrieren, dann erwarten wir ebenso die Bereitschaft dazu, dass unter Umständen auch nach den mütterlichen oder väterlichen Pflichten nochmal der Computer angeschmissen wird und offene Aufgaben abgeschlossen werden.

 

Mein Tipp für junge Kolleg:innen
Frühzeitig Prioritäten auf der persönlichen (Lebens-)Agenda setzen. Es ist wichtig, dass man sich über seine persönlichen Ziele bewusst ist und realistisch und ehrlich gegenüber der Familie und sich selbst bleibt, was die Vereinbarkeit dieser Themen angeht. Kinder sind ein Geschenk, aber es ist manchmal auch eine echte Herausforderung, dieses Geschenk mit einem anspruchsvollen Job zu verbinden – eine große, schöne Herausforderung!

 

Ein gutes Netzwerk ist wichtig
Für mich ist ein gutes Netzwerk eines der wichtigsten beruflichen Assets, denn es macht unabhängig.

 

Die Wichtigkeit von persönlichen Unterstützer:innen bzw. Mentor:innen
Meiner Meinung nach sind persönliche Unterstützer:innen/Mentor:innen sehr wichtig. Häufig stellen sie Vorbilder für die jungen Kolleg:innen dar und liefern aufgrund ihres eigenen Erfahrungsschatzes wertvolle Anreize für persönliche und berufliche Entwicklungsperspektiven. 

 

Ich wusste schon immer, dass ich Kinder und Karriere wollte
Für mich war immer klar, dass ich Kinder und Karriere wollte. Und dieses würde ich auch niemals ändern – beides erfüllt mich in vollem Umfang.

 

Herausforderungen bei der Vereinbarung von Kindern und einem anspruchsvollen Job
In einem sehr anspruchsvollen Job ist man stark eingebunden und arbeitet in der Regel sehr viel. Dabei verbleibt oftmals nur sehr wenig Zeit für sich. Darüber sollte sich jeder, der dieses Modell anstrebt, im Vorhinein bewusst sein. Man sollte frühzeitig für sich definieren, was Ich-Zeit für mich ist, wie ich diese verbringen möchte, und ob Familienzeit beispielsweise auch Ich-Zeit sein könnte.

 

Betreuungskonzept
Als Betreuungskonzept für unser Kind, haben mein Mann und ich uns für eine Vollzeit-Kinderfrau entschieden, da wir beide Vollzeit arbeiten.

 

Unterstützung von Deloitte bezüglich „Kind und Karriere“
Ich empfinde es als sehr wichtig, dass wir noch mehr Unterstützung für unsere jungen Mitarbeiter:innen anbieten und aktiv auf sie eingehen. Besonders die Wertschätzung durch Führungskräfte und die Partner-Gruppe erscheint mir hier wichtig, da sich natürlich jede:r zu Recht fragt „wofür mache ich das denn alles eigentlich?“. Wir sollten unseren Mitarbeiter:innen zeigen, welchen Mehrwert sie für das Team und unsere Mandanten haben. Wer mit Freude seiner beruflichen Tätigkeit nachgeht, empfindet diese nicht als Belastung und ist bereit, die Extrameile zu gehen, die die Vereinbarkeit von Familie und Karriere häufig mit sich bringt.

 

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