Auf ein Wort mit ... Christopher Krieger - Business Consultant im Bereich Finance & Regulatory | PrepLounge.com

Interview
Karriere
09.05.2019

...Christopher Krieger - Business Consultant im Bereich Finance & Regulatory über sein Projekt in Saudi-Arabien

Was macht ein Berater eigentlich und wie sieht der Arbeitsalltag bei BearingPoint aus? In verschiedenen Interviews erfahrt ihr mehr über den Werdegang unserer Mitarbeiter, über spannende Projekte und über die Besonderheiten, die BearingPoint ausmachen. So könnt ihr verschiedene Eindrücke gewinnen und mehr über das Leben als Berater erfahren!


Christopher, wie genau lief das ab? 


Der Anruf des Projektmanagers kam in der Tat überraschend für mich. Aufgrund meiner bisherigen Projekterfahrung hatte ich damit überhaupt nicht gerechnet. Tatsächlich war ich sogar schon für ein anderes Projekt in Deutschland geplant. Meine zwei Kollegen, die zu diesem Zeitpunkt beide schon einige Monate auf dem Projekt in Saudi-Arabien waren, suchten explizit männliche Unterstützung auf Analyst- oder Consultant-Level. Ein männlicher Teamkollege deshalb, weil die Sorge bestand, dass eine weibliche Kollegin sich in der arabischen Welt nicht so frei bewegen kann und sich daher auf dem Projekt nicht so wohl fühlen könnte. Bei mir hat dann einfach alles gepasst. Das Ziel des Projektes in Saudi-Arabien besteht darin, das Modul Treasury Risk Management von SAP als Kernbankenapplikation zu konfigurieren und in die IT-Infrastruktur der Bank zu integrieren. Mein Entschluss stand schnell fest, diese Chance konnte ich mir nicht entgehen lassen!

Was waren die ersten Schritte nach deinem Entschluss und wie ging es weiter?
Zunächst kümmerte ich mich mit Hilfe der Global Mobility-Abteilung um mein Visum. Nachdem alle Formalitäten geregelt waren, ging es im Januar 2018 dann zum ersten Mal nach Riad. Zugegeben, ich war schon ziemlich aufgeregt, was mich dort genau erwarten würde. Mit meinen zwei Kollegen vor Ort stand mir glücklicherweise von Anfang an immer jemand zur Seite, der sich mit den kulturellen Besonderheiten im Land gut auskannte.

Welche Unterschiede zu deinem Arbeitsalltag in Deutschland hast du erlebt und was gab es kulturell
beispielsweise zu beachten?
Wir wohnen in der Regel sehr komfortabel im Hotel InterContinental in Riad, der Arbeitsweg ist sehr kurz aber wir nehmen uns meist trotzdem einen Fahrer, um nicht vollkommen durchgeschwitzt beim Kunden anzukommen. Die Projektkollegen und Kunden sind sehr freundlich und hilfsbereit, wodurch die Zusammenarbeit und der Austausch sehr gut funktionieren. Deshalb habe ich bisher auch noch nicht erlebt, dass Situationen kulturell bedingt schwierig waren. Natürlich hatte ich anfangs gewisse Bedenken da ich vorher noch nie im Nahen Osten gewesen bin. Der Projektstandort ist zwar weit weg von zuhause, aber durch die vielen Aufenthalte ist mir Riad und die Region inzwischen sehr vertraut geworden und ich fühle mich dort sehr wohl. Generell zu beachten sind zum Beispiel die Gebetszeiten, da man sonst gerne mal eine halbe Stunde vor einem verschlossenen Restaurant oder Geschäft wartet. Darüber hinaus sollte man sich nach einem stressigen Tag nicht allzu große Hoffnungen auf ein kühles Bier an der Hotelbar machen, da in Saudi-Arabien ein strenges Alkoholverbot gilt. Ein anderes Thema ist das
Wetter - während meiner Aufenthalte dort belief sich die Durchschnittstemperatur bisher auf 40°C.

Wie gestaltet sich die Arbeit vor Ort, auch kulturell und sprachlich?
Das komplette Projektteam ist sehr groß und sitzt sozusagen auf der ganzen Welt, meist sind wir mit etwa 5-6 Kollegen im täglichen Austausch – auf Englisch. Generell treffen wir dabei auf Kundenseite fast nur Männer an, Frauen haben in der Regel zwei Arbeitsplätze. Einen zusammen mit dem Projektteam im
Großraumbüro und einen in einem separaten für Männer nicht zugänglichen Gebäudeteil. Vor allem sprachlich gestaltet sich die Arbeit anders. Das habe ich schon bei meinem ersten Skype-Gespräch mit den Kunden erlebt, als ich noch in Deutschland war aber auch später vor Ort. In Workshops und Meetings diskutieren die Kunden dann doch oft auf Arabisch. Dadurch versteht man nur teilweise worum es geht, kann nicht spontan einspringen und muss auf Englisch nachhaken. Eine Projektkollegin eines weiteren Beratungshauses fungiert dann als Dolmetscherin. Was die Arbeitszeiten angeht, wir müssen hier um 19:00 Uhr das Gebäude verlassen, deshalb arbeiten wir meist von 9-18 Uhr. In der Zeit des Ramadans konnten wir nur von 10-16 Uhr arbeiten. Gegessen werden durfte in dieser Zeit nur in einem bestimmten Raum. Ich habe daher immer kleine Wasserflaschen in die Jackentasche gepackt und habe dann aus Respekt vor der Kultur im Nebenraum „versteckt“ getrunken.

Wie sieht dein typischer Feierabend in Riad aus?
Abends gehe ich häufig mit Kollegen essen, das geht in Riad sehr gut! Ansonsten ist mein Feierabend dem in Deutschland sehr ähnlich. Ehrlich gesagt nehme ich immer meine Playstation mit. Das ist für mich eher ein sozialer Aspekt, denn so kann ich mit meinen Kumpels in Deutschland zocken. Ansonsten entspanne ich mich auf der Couch, sehe Filme oder spreche mit meiner Freundin über FaceTime. Sport mache ich übrigens eher morgens vor der Arbeit im beeindruckend gut ausgestatteten Fitnessraum des Hotels.

Wie viel Zeit hast du insgesamt im Ausland verbracht?
Glücklicherweise bin ich noch für die nächsten Monate auf dem Projekt eingeplant. Die Anwesenheiten sind zum Großteil so getaktet, dass wir im Wechsel zwei Wochen vor Ort und dann zwei Wochen remote in Deutschland arbeiten. Die freien Wochenenden im Nahen Osten habe ich bisher genutzt, um die
Vereinigten Arabischen Emirate (Dubai), den Oman (Maskat) und Ägypten (Kairo und Luxor) zu bereisen. Einzigartig!

Was hast du aus dieser erlebnisreichen Zeit mitgenommen?
Nicht nur kulturell und menschlich, sondern auch fachlich hat mich das Projekt deutlich vorangebracht. Hervorzuheben ist auch die hervorragende Zusammenarbeit mit den indischen Projektkollegen von SAP, das Projekt war im wahrsten Sinne international!

Was würdest du einem Kollegen sagen, der die Möglichkeit hat, bei einem Auslandsprojekt
mitzuarbeiten?
Ich würde jedem Kollegen empfehlen, sich die Chance ein Auslandsprojekt zu begleiten, nicht entgehen zu lassen. Ich bin persönlich und beruflich deutlich gewachsen. Und es ist klasse, aus der typischen Beraterwoche mit 4-5 Tagen Abwesenheit von Zuhause herauszukommen und einzigartige Eindrücke
einer anderen Kultur und einem internationalen Arbeitsumfeld zu sammeln. Mir war es dadurch letztendlich sogar möglich, meine Partnerin, Freunde und Familie trotz Auslandsprojekt deutlich mehr zusehen, als es mir in einem Inlands-Projekt möglich gewesen wäre.

Vielen Dank für deine Eindrücke, Christopher!


Über Christopher
Alter:27
Wohnort: Hamburg
Hochschule: Hochschule Fresenius Hamburg, ISM Dortmund, Lancaster University
Studiengang: Bachelor in Business Administration und Master in Finance
Bei BearingPoint seit: November 2016
Office Standort: Hamburg
Aktuelle Position: Business Consultant
Industry & Service Line: Production Industries – Finance&Regulatory
Fachlicher Schwerpunkt: Corporate Treasury

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